« Ohne Textilien fehlt dem Raum die Seele »

Textilien sind die leisen Erzähler eines Raums – sie dämpfen, wärmen, verbinden und verleihen selbst der klarsten Architektur eine spürbare Seele. Für Atakan und Asya Celik beginnt diese Qualität weit vor dem fertigen Produkt: im Ursprung der Faser, im Wissen der Weber:innen, in Geschichten, die sich in jedes Gewebe einschreiben.

HamaManiac ist für Atakan und Asya Celik mehr als ein Label. Es ist Verbindung zwischen Herkunft, Handwerk und modernem Wohnen. HamaManiac gestaltet hochwertige Wohntextilien, die traditionelles anatolisches Handwerk mit einem zeitgemässen, reduzierten Design verbinden. Ihre Arbeit ist eng mit familiären Wurzeln und Herkunftsorten verbunden. «Viele Entscheidungen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern aus Erinnerungen an Orte, an Stoffe, an Begegnungen und unseren Reisen in die Dörfer unserer Familien», sagen die Unternehmer. Ihre Mitarbeitenden sind Weber:innen, die ihr Handwerk seit Jahrzehnten, oft seit Generationen, ausüben. «Viele arbeiten noch an alten Jacquard-Webstühlen und haben ein unglaubliches Gespür für Material und Technik», so das Paar. «Von ihnen haben wir vor allem Geduld gelernt und den Respekt vor dem Prozess. Dass ein gutes Textil Zeit braucht und dass Qualität nichts ist, was man beschleunigen kann.»
Atakan und Asya Celik, was macht für euch die Qualität eines guten Textils aus? Gibt es bestimmte Materialien oder Webarten, die euch immer wieder besonders interessieren?Qualität zeichnet sich für uns bereits im Ursprung ab: Ist der Rohstoff minderwertig, so ist das gesamte Produkt minderwertig. Der Ursprung unserer Textilien ist bereits eine besondere Baumwollfaser, zum Beispiel, kuratierte Merinowolle oder nachhaltige Hanffasern aus Europa. Aus diesen Materialien kann man nur langlebige, dauerhaft weiche Textilien entwickeln, dazu kommt das Know-how unserer Weber:innen. Das Endprodukt kann man haptisch erfahren.Wie verändert sich die Wahrnehmung eines Raums durch Textilien? Was können Textilien leisten, was harte Materialien wie Stein, Glas oder Metall nicht können?Sensorisch sind diverse Textilien, wie Teppiche, Decken oder Tücher ausserordentlich wichtig für die Wahrnehmung eines Raums: Schall wird gedämpft, Wärme reguliert, Farbe gesetzt. Das Taktile schliesslich rundet das «Raumerlebnis» dann vollends ab. Textilien machen also einen Raum «erfahrbar», «nahbar», «einladend». Tex­tilien bringen neben Erfahrung aber auch Geschichte, Tradition und Mobilität mit sich. Um die Bedeutung von Textilien hervorzuheben, fällt mir folgende Szene ein (Ata): Denken wir an die Moiren, antike Schicksals­göttinnen, die den Lebensfaden weben. Diese Geschichten hatten mich immer ge-prägt, da Textilien in der türkischen Kultur eben auch «Geschichte» und «Lifestyle» zeigen. Ich bin zum Beispiel sehr stolz auf die antiken, handgeknüpften Teppiche meiner Grosseltern. Diese sind für mich Lebens­faden und Muse und Inspiration. Textilien bringen also «Emotion» in einen Raum.

In Architektur und Interior Design werden Textilien oft unterschätzt. Warum sind sie für die Atmosphäre eines Raums so entscheidend? Welche Rolle spielen textile Objekte in einer Zeit, in der viele Innenräume sehr reduziert und puristisch gestaltet sind?

Weil sie oft das sind, was man unbewusst wahrnimmt: Ein Raum kann architektonisch geradezu perfekt sein – doch ohne Textilien fehlt ihm die Seele. Sie verbinden alles miteinander, nehmen Schärfe heraus, schaffen fliessende Übergänge und machen Räume erst wirklich bewohnbar. Auch wir als Paar lieben reduzierte Architektur. Stellen wir uns ein Neubau-Wohnzimmer vor: grosse bodentiefe Fenster mit Sicht in die Natur, Estrich- oder Parkettboden, eine Couch mittig im Raum, ein kleiner Couchtisch dazu. Sehr strukturiert, sehr distanziert: Die Einladung zur Gemütlichkeit macht da unsere knallig farbige Merinodecke, die im üppigen Mass über der Couch liegt. Sie bricht die Struktur, sie wickelt uns im wahrsten Sinne des Wortes ein und schafft Raum für mehr: Mehr Stimmung, mehr Geselligkeit, mehr Leben.

Das ganze Interview lesen Sie in der Ausgabe 02-2026 von traumhaus. Hier bestellen.

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