Gartenplanung Schweiz: Kosten, Ideen & Tipps
Ein Garten ist mehr als die Fläche rund um das Haus: Er kann Wohnzimmer im Freien, Rückzugsort, Spielbereich und Lebensraum für Pflanzen und Tiere zugleich sein. Damit die Gartengestaltung langfristig funktioniert, braucht es jedoch mehr als schöne Pflanzen und einen Sitzplatz. Entscheidend sind eine durchdachte Gartenplanung, ein realistisches Budget und die richtige Abstimmung von Nutzung, Standort, Materialien und Pflege.
Ob Neubau oder Umgestaltung: Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihren Garten in der Schweiz Schritt für Schritt planen, mit welchen Kosten Sie rechnen sollten und wie sich Terrasse, Sichtschutz und Bepflanzung sinnvoll kombinieren lassen.

Das Wichtigste vorweg: Beginnen Sie mit einem Gesamtkonzept, auch wenn Sie den Garten in Etappen realisieren. Klären Sie Bedürfnisse, Sonne und Schatten, Boden, Wasserabfluss und Budget, bevor Wege, Mauern oder Pflanzflächen festgelegt werden. Für eine einfache bis mittlere Neuanlage werden in Schweizer Marktübersichten grob CHF 80–300 pro Quadratmeter genannt; aufwendige Terrassen, Stützmauern, Pools und schwierige Geländeverhältnisse können die Kosten deutlich erhöhen.
1. Gartenplanung: Warum sich ein Gesamtkonzept lohnt
Bei einem Hausbau wird der Aussenraum manchmal erst berücksichtigt, wenn das Gebäude bereits steht. Das kann teuer werden: Für Fundamente, Leitungen, Stützmauern oder einen Pool müssen dann möglicherweise fertige Beläge wieder geöffnet oder Maschinen aufwendig auf das Grundstück gebracht werden. Ein Gartenkonzept verbindet deshalb nicht nur Pflanzen und Gestaltung, sondern auch technische Fragen. Wo entstehen Zugänge und Sitzplätze? Wie fliesst Regenwasser ab? Wo verlaufen Strom- und Wasserleitungen? Welche Flächen bleiben unversiegelt? Wo brauchen Menschen Schatten, Privatsphäre oder Platz zum Spielen? Eine frühzeitige Planung bedeutet nicht, dass sofort alles gebaut werden muss. Gerade bei grösseren Grundstücken lässt sich der Garten etappenweise realisieren, sofern die Anschlüsse und baulichen Grundlagen von Beginn an auf das Gesamtprojekt abgestimmt sind.
2. Garten planen in 8 Schritten
Schritt 1: Bedürfnisse und Nutzungszonen festlegen
Fragen Sie sich zuerst, was in Ihrem Garten stattfinden soll: gemeinsam essen, entspannen, gärtnern, spielen, schwimmen oder möglichst wenig unterhalten? Legen Sie fest, welche Funktionen unverzichtbar sind und welche nur bei genügend Platz oder Budget infrage kommen. Typische Bereiche sind Essplatz, Lounge, Rasen oder Spielzone, Gemüse- und Kräuterbeete, Stauraum für Geräte sowie naturnahe Pflanzflächen. Nicht jede Funktion benötigt einen eigenen abgeschlossenen Raum: Eine Bank unter einem Baum kann beispielsweise gleichzeitig Ruheplatz und Aussichtspunkt sein.
Schritt 2: Grundstück und Standort analysieren
Erfassen Sie Grundstücksgrenzen, Geländeneigung, Höhenunterschiede, vorhandene Bäume, Leitungen und Zugänge. Beobachten Sie Sonneneinstrahlung, Wind und Schatten möglichst zu verschiedenen Tageszeiten. Prüfen Sie ausserdem die Bodenbeschaffenheit und ob Regenwasser versickern kann. Ein sonniger Sitzplatz kann im Frühling angenehm und im Hochsommer zu heiss sein. Ein Gemüsebeet benötigt andere Lichtverhältnisse als ein schattiger Ruhebereich. Die Standortanalyse sollte deshalb vor der Pflanzenauswahl stehen.
Schritt 3: Budget und Prioritäten bestimmen
Definieren Sie eine Obergrenze für die gesamten Gartenarbeiten und teilen Sie das Budget in Planung, Erdarbeiten, Beläge, Bepflanzung, Ausstattung und Reserve auf. Fragen Sie bei Offerten ausdrücklich nach Aushub, Entsorgung, Entwässerung, Fundamenten, Lieferung und Pflege in der Anwachsphase.
Schritt 4: Gartenstil und Materialien abstimmen
Ein moderner, klar gegliederter Garten, ein naturnaher Garten oder ein klassischer Familiengarten können sehr unterschiedlich aussehen. Wichtig ist, dass Wege, Terrasse, Mauern und Pflanzen zum Haus passen und nicht nur einem kurzfristigen Trend folgen.
Schritt 5: Wege, Sitzplätze und Technik planen
Legen Sie fest, wie man vom Haus auf die Terrasse, zum Geräteraum und durch den Garten gelangt. Planen Sie Beleuchtung, Aussensteckdosen, Wasseranschlüsse und gegebenenfalls Bewässerung frühzeitig. Auch spätere Wünsche wie eine Aussenküche oder ein Pool sollten in der Leitungsplanung bedacht werden.
Schritt 6: Bepflanzung nach Standort auswählen
Erst wenn die Flächen feststehen, wählen Sie Bäume, Sträucher, Stauden und Rasen- oder Wiesenflächen aus. Beachten Sie die Endgrösse der Pflanzen, Licht- und Bodenansprüche, Trockenheitsverträglichkeit und den gewünschten Pflegeaufwand.
Schritt 7: Bewilligungen und Abstände prüfen
Je nach Gemeinde und Bauvorhaben können Stützmauern, Terrainveränderungen, Gartenhäuser, Überdachungen, Pools und weitere Anlagen bewilligungspflichtig sein. Auch Grenzabstände und Schutzvorschriften müssen berücksichtigt werden. Klären Sie dies vor Auftragserteilung mit dem zuständigen Bauamt.
Schritt 8: Ausführung und Pflege organisieren
Lassen Sie die Umsetzung in einer sinnvollen Reihenfolge planen: zuerst Erdarbeiten und Leitungen, dann Fundamente und Beläge, anschliessend Bodenverbesserung und Bepflanzung. Vereinbaren Sie, wer die Pflanzen während der Anwachsphase betreut und welche regelmässigen Unterhaltsarbeiten anfallen.
3. Kleinen Garten gestalten: So nutzen Sie wenig Platz optimal
Ein kleiner Garten wirkt grosszügiger, wenn die Nutzungen klar angeordnet sind. Statt viele schmale Wege, kleine Beete und einzelne Möbel unterzubringen, lohnt sich häufig eine grosszügige Hauptfläche mit gezielten Pflanzinseln.
- Mehrfach nutzbare Flächen: Ein Sitzplatz kann Ess- und Loungebereich sein.
- Vertikale Begrünung: Kletterpflanzen und bepflanzte Rankhilfen schaffen Grün, ohne viel Bodenfläche zu beanspruchen.
- Gezielte Blickachsen: Eine freie Sicht zu einem attraktiven Baum oder Pflanzbereich lässt den Garten ruhiger wirken.
- Stauraum integrieren: Schmale Geräteschränke, Sitzbänke mit Stauraum und kompakte Lösungen helfen, Ordnung zu halten.
- Weniger Materialwechsel: Ein einheitlicher Terrassenbelag und wiederkehrende Farben verbinden Haus und Aussenraum.
Eine freistehende Feuerstelle, ein grosser Pool oder ein aufwendiger Wegverlauf passen nicht automatisch in jede kleine Fläche. Priorisieren Sie stattdessen diejenigen Funktionen, die Sie tatsächlich nutzen.
4. Grosser Garten: Bereiche sinnvoll aufteilen
Bei grossen Grundstücken ist es oft sinnvoll, den Garten in unterschiedliche Zonen zu gliedern: einen gepflegten Wohnbereich unmittelbar am Haus, einen Spiel- oder Nutzbereich und extensiver gepflegte Naturflächen weiter entfernt. Blumenwiesen, heimische Gehölze und strukturreiche Pflanzungen können grosse Flächen auflockern und die Biodiversität fördern. Sie sind nicht automatisch pflegefrei: Auch eine Blumenwiese benötigt einen geeigneten Standort, eine passende Anlage und fachgerechte Schnittzeitpunkte. Wer den Garten in mehreren Etappen gestaltet, sollte die Hauptwege, Höhen und grossen Bäume dennoch früh festlegen. Diese Elemente prägen das Erscheinungsbild über viele Jahre.
5. Was kostet Gartenplanung und Gartengestaltung in der Schweiz?
Die Kosten einer Gartenanlage lassen sich nicht allein anhand der Quadratmeterzahl bestimmen. Ein flacher Garten mit Rasen und Stauden ist wesentlich günstiger umzusetzen als ein Hanggrundstück mit Treppen, Stützmauern, Natursteinplatten und aufwendiger Entwässerung.
Die folgenden Werte sind unverbindliche Schweizer Marktrichtwerte für 2026. Sie dienen der ersten Orientierung und ersetzen keine Offerte:
| Leistung | Ungefährer Richtwert |
|---|---|
| Einfache bis mittlere Garten-Neuanlage | CHF 80–300 pro m² |
| Terrasse mit Platten, inklusive üblichem Unterbau | CHF 200–400 pro m² |
| Professionelle Gartenpflege | CHF 70–110 pro Stunde |
Quellen: Schweizer Preisübersichten von Offrendo, Stand August/September 2026. Je nach Region, Ausführung und Leistungsumfang sind Abweichungen möglich. Die Positionen dürfen nicht ohne Prüfung addiert werden, da Gesamtpreise bereits einzelne Arbeiten enthalten können.
Rechenbeispiel: Garten mit 200 Quadratmetern
Bei einem vereinfachten Ansatz von CHF 80–300 pro Quadratmeter ergibt sich für 200 Quadratmeter ein grober Budgetrahmen von CHF 16’000–60’000. Das ist lediglich eine Multiplikation der allgemeinen Marktwerte: Eine individuelle Planung kann deutlich darunter oder darüber liegen. Pools, grosse Stützmauern und besondere Bauarbeiten sollten separat kalkuliert werden.
Was treibt die Kosten besonders stark in die Höhe?
Wichtige Kostentreiber sind schwierige Zufahrten, Hanglagen, der Abtransport von Aushub, Stützmauern, hochwertige Beläge, grosse vorgezogene Gehölze, Pooltechnik und umfangreiche Beleuchtungs- oder Bewässerungsanlagen. Spartipp: Wenn das Budget begrenzt ist, zuerst Entwässerung, Leitungen, Höhen und Wege korrekt erstellen lassen. Zierpflanzungen und einzelne Ausstattungen lassen sich oft später ergänzen. Fehler bei Fundamenten und Leitungen sind dagegen teuer zu korrigieren.
6. Terrasse und Sitzplatz richtig planen
Die Terrasse ist oft das Zentrum des Gartens. Ihre Ausrichtung entscheidet darüber, ob sie vor allem am Morgen, am Mittag oder am Abend Sonne erhält. Prüfen Sie deshalb sowohl die alltägliche Nutzung als auch mögliche Beschattung. Für einen Esstisch mit Stühlen muss nicht nur die Tischfläche, sondern auch genügend Platz zum Zurückrücken und Vorbeigehen vorhanden sein. Bodenbeläge sollten trittsicher, frostbeständig und für den jeweiligen Aussenbereich geeignet sein.
Welcher Terrassenbelag eignet sich?
Keramikplatten sind in passenden Aussenqualitäten pflegeleicht und gestalterisch vielseitig. Naturstein besitzt eine individuelle Oberfläche, verlangt aber je nach Gesteinsart eine angepasste Pflege. Holzdecks wirken warm und natürlich; ihre Haltbarkeit hängt stark von Holzart, Konstruktion, Entwässerung und Pflege ab. Kies und sickerfähige Beläge können für bestimmte Wege oder Aufenthaltsbereiche eine Alternative sein. Bei allen Varianten sind Unterbau, Gefälle, Wasserableitung und Anschlüsse zum Gebäude entscheidend. Eine schöne Oberfläche allein garantiert noch keine langlebige Terrasse.
7. Sichtschutz im Garten: Pflanzen, Holz oder Mauern?
Guter Sichtschutz schafft Privatsphäre, ohne den Garten vollständig abzuschotten. Welche Lösung passt, hängt von Grundstücksgrösse, Grenzverlauf, gewünschter Höhe und Pflegebereitschaft ab. Hecken und Sträucher bieten einen lebendigen Sichtschutz, benötigen aber Raum und regelmässigen Schnitt. Holz- oder Metallelemente brauchen weniger Grundfläche und wirken sofort, können jedoch gestalterisch dominanter sein. Eine Kombination aus einzelnen Sichtschutzelementen und Pflanzen schafft häufig ein ausgewogenes Gesamtbild. Berücksichtigen Sie vor allem bei Grenzbepflanzungen die spätere Wuchsbreite und die geltenden kantonalen beziehungsweise kommunalen Abstandsvorschriften. Auch feste Sichtschutzwände können bewilligungspflichtig sein.
8. Welche Pflanzen passen in einen Schweizer Garten?
Die Pflanzenauswahl sollte mit dem Standort beginnen, nicht mit einem Katalogbild. Entscheidend sind Sonne und Schatten, Bodenart, verfügbare Wurzelräume, Höhenlage, Wasserangebot und die endgültige Pflanzengrösse. Für eine naturnahe Gestaltung kommen – bei geeignetem Standort – beispielsweise Kornelkirsche, Vogelbeere, heimische Wildrosen oder regional passende Stauden infrage. Eine lokale Gärtnerei kann beurteilen, welche Arten am konkreten Ort sinnvoll sind.
Mehr Biodiversität mit unterschiedlichen Lebensräumen
Blühende Stauden, einheimische Sträucher, strukturreiche Pflanzungen, offene Bodenstellen und kleine Totholzbereiche können Insekten und anderen Tieren Nahrung und Lebensraum bieten. Wichtig ist ein über das Jahr verteiltes Blütenangebot. Seit September 2024 gelten in der Schweiz verschärfte Regeln zu invasiven gebietsfremden Pflanzen. Für verschiedene Arten bestehen Umgangs- beziehungsweise Inverkehrbringungsverbote. Prüfen Sie problematische Pflanzen vor dem Kauf anhand der aktuellen Angaben von Info Flora.
Bodenqualität nicht vergessen
Ein gesunder Boden ist die Grundlage für dauerhaft schöne Pflanzflächen. Nach Bauarbeiten sind Gartenböden häufig verdichtet. Bevor Bäume und Sträucher gesetzt werden, sollten Bodenaufbau und Durchwurzelbarkeit fachgerecht geprüft und nötigenfalls verbessert werden.
9. Pflegeleichten Garten planen: Was funktioniert wirklich?
Ein pflegeleichter Garten entsteht nicht durch den Verzicht auf Pflanzen. Häufig sinkt der Unterhaltsaufwand, wenn standortgerechte Arten gewählt, Pflanzflächen ausreichend dicht angelegt und schwer zugängliche Restflächen vermieden werden. Grosse Rasenflächen müssen regelmässig gemäht und je nach Nutzung gepflegt werden. Naturnahe Wiesen brauchen weniger häufige Schnitte, verlangen aber ein anderes Pflegekonzept. Auch immergrüne Hecken sind nicht automatisch pflegearm. Planen Sie deshalb neben dem Gestaltungsbudget auch die jährlich verfügbaren Stunden für Pflege und Unterhalt. Wer wenig selbst arbeiten möchte, kann ausgewählte Arbeiten einem Gartenbaubetrieb übertragen.
10. Regenwasser, Schatten und Klima berücksichtigen
Hitze und längere Trockenphasen sind auch für Privatgärten relevant. Bäume, begrünte Flächen und Schattenplätze können das Umgebungsklima angenehmer machen. Versiegelte Flächen erwärmen sich dagegen häufig stark und leiten Regenwasser schneller ab. Wo Standort und Vorschriften es erlauben, sind sickerfähige Beläge, begrünte Mulden, Regenwasserrückhalt und geeignete Bepflanzungen sinnvoll. Die Versickerung muss jedoch zu Boden, Grundwasser- und Gebäudesituation passen und gegebenenfalls mit Fachpersonen abgestimmt werden. Auch eine Regenwasserzisterne oder effiziente Bewässerung kann bei der Gartenplanung berücksichtigt werden. Der Leitfaden «Der Klima-Garten» des Bundesamts für Umwelt zeigt zusätzliche Möglichkeiten auf.
11. Pool, Schwimmteich oder Biopool früh einplanen
Wer später einen Pool oder Schwimmteich möchte, sollte das bereits im Gesamtkonzept berücksichtigen. Becken, Aushub, Filtertechnik, Wasser- und Stromanschlüsse sowie Zugänglichkeit für Baugeräte beeinflussen die gesamte Gartenanlage. Ein Biopool kann die klare Optik eines Schwimmbeckens mit biologischer Wasseraufbereitung verbinden. Ein Schwimmteich ist meist stärker naturnah gestaltet und benötigt je nach System zusätzliche Regenerationsflächen. Mehr dazu lesen Sie in unserem ausführlichen Ratgeber «Biopool in der Schweiz: Kosten, Pflege und Planung». Besonders bei Wasseranlagen sollten Sicherheitsmassnahmen und Zugangsschutz für Kinder von Beginn an berücksichtigt werden.
12. Gartenbeleuchtung: Funktion und Atmosphäre verbinden
Im Aussenraum erfüllt Licht zwei Aufgaben: Es erleichtert die Orientierung auf Wegen und Treppen und setzt Sitzplätze oder ausgewählte Pflanzen stimmungsvoll in Szene. Planen Sie deshalb eher mehrere gezielt eingesetzte Lichtquellen als eine flächige, helle Ausleuchtung. Blendfreie, sparsame Leuchten mit Zeitschaltung oder Bewegungsmelder reduzieren unnötigen Stromverbrauch und Lichtemissionen. Stromleitungen und Anschlüsse für Leuchten sollten vor der Fertigstellung von Belägen und Pflanzflächen eingeplant werden. Für Ausseninstallationen sind geeignete Komponenten und eine fachgerechte elektrische Installation wichtig.
13. Braucht man für Gartengestaltung eine Baubewilligung?
Nicht jede Bepflanzung ist bewilligungspflichtig. Anders sieht es bei vielen baulichen Veränderungen aus: Stützmauern, Terrainaufschüttungen, Gartenhäuser, feste Überdachungen, Pools oder Veränderungen an der Erschliessung können ein Bewilligungsverfahren auslösen. Die Regeln unterscheiden sich je nach Kanton, Gemeinde und Lage des Grundstücks. Besonders streng können die Anforderungen ausserhalb der Bauzonen oder in Schutzgebieten sein.
Unser Tipp: Fragen Sie vor der Realisierung beim kommunalen Bauamt nach. Klären Sie auch Grenzabstände, allfällige Nachbarrechte, Entwässerung und vorhandene Werkleitungen. Bei einem Neubau kann bereits im Baubewilligungsverfahren ein Umgebungsgestaltungsplan verlangt werden.
14. Die häufigsten Fehler bei der Gartenplanung
- Zu spät planen: Teure Nacharbeiten entstehen, weil Zugänge, Leitungen oder Fundamente fehlen.
- Nur auf die Optik achten: Der Sitzplatz liegt später in der prallen Mittagssonne oder ist zu stark dem Wind ausgesetzt.
- Pflanzen zu dicht setzen: Sträucher und Bäume wachsen in Wege, Fassaden und Sitzbereiche hinein.
- Boden unterschätzen: Verdichtung und mangelnde Entwässerung beeinträchtigen langfristig das Pflanzenwachstum.
- Unterhalt vergessen: Die geplante Gartenanlage benötigt mehr Pflegezeit als erwartet.
- Ohne Reserve kalkulieren: Unerwartete Erdarbeiten oder Mehrkosten belasten das Budget.
- Bewilligungen erst nach dem Bau prüfen: Eine nachträgliche Korrektur kann teuer werden.
15. Wann ist die beste Zeit für die Gartenplanung?
Die Planung kann das ganze Jahr über beginnen. Herbst und Winter eignen sich häufig gut, um Wünsche, Budget und Offerten in Ruhe zu klären. Für Pflanzungen sind – abhängig von Pflanzenart, Standort und Witterung – besonders Frühjahr und Herbst oft günstig. Grössere Erd- und Belagsarbeiten sollten unter geeigneten Boden- und Wetterbedingungen stattfinden. Nasse Böden können beim Befahren verdichtet werden. Ein realistischer Zeitplan berücksichtigt deshalb nicht nur die Verfügbarkeit der Gartenbaufirma, sondern auch die Jahreszeit.
16. Checkliste für die Gartenplanung
Mit diesen Fragen können Sie Ihr Gartenprojekt vorbereiten:
- Welche Funktionen soll der Garten erfüllen?
- Welche Bereiche benötigen Sonne, Schatten oder Sichtschutz?
- Wie hoch sind das Budget und die Kostenreserve?
- Welche Wege, Terrassen, Mauern und Anschlüsse sind geplant?
- Welche Pflanzen passen zu Boden, Standort und verfügbarem Platz?
- Wie viel Zeit möchten Sie für die Pflege investieren?
- Welche Bewilligungen, Grenzabstände und Entwässerungsregeln gelten?
- Was soll sofort realisiert werden, was erst in einer späteren Etappe?
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17. Häufige Fragen zur Gartenplanung
Was kostet eine Gartengestaltung in der Schweiz?
Für eine einfache bis mittlere Neuanlage nennen Schweizer Marktübersichten grob CHF 80–300 pro Quadratmeter. Umfangreiche Terrassen, Mauern, Pools oder schwierige Geländeverhältnisse können den Preis wesentlich erhöhen. Für eine verlässliche Budgetierung sind detaillierte Offerten erforderlich.
Was kostet ein Gartenplaner?
Die Honorare hängen von Erfahrung, Region, Planungsumfang und Abrechnungsmodell ab. Manche Betriebe rechnen nach Stunden ab, andere nach Planungsphasen oder als Bestandteil eines Gesamtauftrags. Verlangen Sie ein transparentes Angebot, das Konzept, Pläne, Pflanzlisten und Begleitung der Ausführung klar unterscheidet.
Wie plane ich einen Garten am besten?
Beginnen Sie mit Ihren Nutzungswünschen und einer Analyse von Grundstück, Sonne, Boden und Wasser. Legen Sie danach Budget, Wege, Sitzplätze und technische Anschlüsse fest. Die Bepflanzung folgt dem Gesamtkonzept.
Kann ich einen Garten selbst planen?
Ja. Kleinere Pflanzflächen und einfache Umgestaltungen können gut in Eigenregie geplant werden. Bei Hanglagen, Entwässerung, Stützmauern, grösseren Bauten oder komplexen Belägen lohnt sich eine fachliche Planung.
Wann sollte man bei einem Neubau den Garten planen?
Möglichst bereits während der Hausplanung. So können Zufahrten, Anschlüsse, Terrainhöhen und Bewilligungen abgestimmt werden. Die eigentliche Bepflanzung kann später erfolgen.
Wie gestaltet man einen Garten pflegeleicht?
Mit standortgerechten Pflanzen, klar zugänglichen Beeten, einem passenden Anteil an Rasen beziehungsweise Wiese und möglichst wenigen schwer zu pflegenden Restflächen. Auch der Unterhalt von Hecken und technischen Anlagen sollte realistisch eingeschätzt werden.
Welche Pflanzen sind für einen Naturgarten geeignet?
Standortgerechte, möglichst regional passende einheimische Arten sind eine gute Grundlage. Die Auswahl hängt von Boden, Licht, Höhenlage und verfügbarem Platz ab. Invasive gebietsfremde Arten sollten vermieden und die geltenden Vorschriften beachtet werden.
Brauche ich für eine Terrasse oder Stützmauer eine Bewilligung?
Das kann je nach Grösse, Höhe, Standort und Gemeinde der Fall sein. Vor allem grössere Terrainveränderungen und feste Anlagen sollten vorab mit dem zuständigen Bauamt abgeklärt werden.
18. Fazit: Ein guter Garten beginnt mit guter Planung
Ein schöner Garten entsteht nicht allein durch hochwertige Materialien oder viele Pflanzen. Entscheidend ist, dass Gestaltung, Nutzung und Standort zueinander passen. Planen Sie den Aussenraum frühzeitig als Teil des Hauses. Wer Budget, Zugänglichkeit, technische Anschlüsse, Pflege und Bepflanzung gemeinsam betrachtet, spart häufig spätere Anpassungen und schafft einen Garten, der langfristig Freude bereitet. Ob kleiner Stadtgarten, Familiengarten oder grosszügiger Naturgarten: Ein stimmiges Gesamtkonzept kann in Etappen umgesetzt werden und lässt Raum für zukünftige Bedürfnisse.
Aus dem Archiv: Mit Gartenplanung den Aussenraum wohnlich gestalten (2018)
Der folgende Originalbeitrag von Anna Ettlin wurde am 10. Dezember 2018 auf traumhaus.ch veröffentlicht. Er enthält die damaligen Experteneinschätzungen von Rolf Struffenegger und Othmar Ziswiler von JardinSuisse. Einzelne Aussagen spiegeln den Stand von 2018 wider; aktuelle Preise und Vorschriften finden Sie im Ratgeber oben.
Originalbeitrag von 2018 anzeigen
Mit Gartenplanung den Aussenraum wohnlich gestalten

Othmar Ziswiler, Leiter Gärtnerischer Detailhandel bei JardinSuisse
Text Anna Ettlin
Der Garten gewinnt bei modernen Einfamilienhäusern immer mehr an Bedeutung als dekorativer und funktionaler Aufenthaltsraum im Freien. Worauf Sie bei der Planung Ihres eigenen «Aussenwohnzimmers» achten müssen, erklären die Experten Rolf Struffenegger und Othmar Ziswiler vom Unternehmerverband Gärtner Schweiz, JardinSuisse.
Die Wintermonate sind ein guter Zeitpunkt für die Gartenplanung: Man hat Zeit, sich mit seinen Wünschen auseinanderzusetzen und den neuen Aussenbereich pünktlich zum Frühlingsbeginn fertigzuplanen, denn dann kann der Garten gleich angelegt werden. Die Gartenprofis Othmar Ziswiler und Rolf Struffenegger von JardinSuisse, dem Unternehmerverband Gärtner Schweiz, verraten Tipps und Tricks zur Gestaltung der eigenen grünen Oase.
Oftmals wird bereits bei der Projektierung eines Einfamilienhauses von den zuständigen Behörden oder Amtsstellen ein Umgebungsgestaltungsplan gefordert, der von Architekten, Landschaftsarchitekten oder Gartenbauern erstellt wird. «Deshalb sollte die Umgebungsgestaltung von Beginn des Bauvorhabens an miteinbezogen werden», empfiehlt Rolf Struffenegger, Bereichsleiter Garten- und Landschaftsbau bei JardinSuisse.
Natürlich können Sie Ihren projektierten Wunschgarten aber auch erst ein oder mehrere Jahre nach dem Hausbau fertig gestalten. Rolf Struffenegger empfiehlt jedoch, aufwendige bauliche Vorarbeiten wie z.B. Fundationen für Sitzplätze, Vorplätze und Gehwege sowie Terraingestaltungen von Anfang an auszuführen. Damit spare man zuletzt nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld. Um die Bodenaktivität zu erhalten oder sogar zu verbessern, wird auf den künftigen Grünflächen eine Zwischenbegrünung erstellt. So müssen Sie nicht auf eine komplett brachliegende Fläche blicken, bis Sie Ihren Wunschgarten bauen können. Ab einer gewissen Grösse – etwa 300 Quadratmeter – kann der Aussenbereich auch in Teilbereiche aufgeteilt und nach und nach gestaltet werden. Der Experte betont, dass dabei eine ganzheitliche Planung trotzdem unumgänglich sei. «Sie sollten schon von Anfang an ein Konzept für die ganze Anlage haben, damit am Schluss alles zusammenpasst», sagt er.
Damit die Arbeiten auch nach dem Hausbau noch ohne zu grossen finanziellen Mehraufwand erledigt werden können, muss jedoch eine gute Zugänglichkeit des Grundstücks gewährleistet sein. «Wenn es sich um ein schwer zugängliches Haus in starker Hanglage handelt und Sie die Baumaterialien aufwendig per Pneukran oder sogar Helikopter auf die Baustelle bringen müssen, sollten Sie die Gartengestaltung gleich mit dem Hausbau erledigen», rät Rolf Struffenegger. «Ansonsten wird es im Nachhinein sehr kostspielig.»
Vorausplanen
Ob Sie schon beim Hausbau oder einige Jahre später zum Gartenbauer gehen, wichtig ist, dass Sie Ihre Wünsche und Ihre Ansprüche an den eigenen Garten formulieren können. «Fragen Sie sich: Was will ich in diesem Garten machen?», empfiehlt Rolf Struffenegger. «Soll es ein Nutzgarten sein oder ein reiner Ziergarten? Wie viel Zeit möchten Sie in die Nutzung und Pflege des Gartens investieren? Welche bautechnischen Elemente, wie zum Beispiel Geräteschuppen oder Schwimmbad, brauchen Sie? Über diese Fragen sollten Sie nachdenken.» Auch hängt die Gestaltung des Gartens natürlich massgeblich von Grösse und Neigung des Grundstücks ab. «Bei kleinen Gärten ist es wichtig, den Platz optimal zu nutzen», sagt der Fachmann. «Bei grossen Gärten hingegen ist das Thema Unterhalt zentral, denn ab einer gewissen Fläche braucht es für die fachgerechte Pflege eine Fachperson.»
Eine Möglichkeit ist, Teile einer grossen Gartenanlage extensiv anzulegen, also mit naturnahen Pflanzengemeinschaften, die wenig Unterhalt brauchen und zudem die Biodiversität fördern.
«Wir sehen immer mehr naturnahe Gärten in jeder Grösse.» Rolf Struffenegger, JardinSuisse
Natur ist im Trend
Naturnahe Gartengestaltung ist zurzeit besonders gefragt. «Wir sehen immer mehr natürliche Gärten in jeder Grösse», sagt Rolf Struffenegger. Dieser Trend kann unterschiedliche Ausprägungen haben, von einer komplett natürlichen Anlage bis zu einem gestalteten Garten mit etwas wilderen Ecken. Othmar Ziswiler, Leiter Gärtnerischer Detailhandel bei JardinSuisse, ist überzeugt, dass jeder Aussenbereich von einer Mischung aus Gestaltung und Natürlichkeit profitieren kann. «Ein architektonischer Garten, in dem jedes Detail perfekt durchgeplant ist, ist mit einheimischen Pflanzen schwierig zu gestalten, da sie eher stark wachsen und nur schwer unter der Schere zu halten sind», sagt er. «Allerdings darf jeder Garten neben durchgestylten Flächen auch etwas wildere Bereiche mit Schweizer Pflanzen haben.» Welche Pflanzen in den Naturgarten kommen, hängt davon ab, wie naturnah er werden soll. «Es stellt sich die Frage, ob man ausschliesslich Pflanzen aus der Region nehmen will oder solche aus der ganzen Schweiz. Oder aber man nimmt Pflanzenarten, die gut für Insekten und Tiere sind, unabhängig davon, ob sie aus der Schweiz stammen», erklärt Othmar Ziswiler. «Bienen mögen Pflanzen, die Nektar produzieren, ganz egal, ob sie in der Schweiz heimisch sind.»
Sowohl beim Naturgarten als auch beim architektonischen Garten hängt die Auswahl der Pflanzen vor allem vom Standort ab. Die Besonnung, die Bodenbeschaffenheit sowie der verfügbare Platz spielen eine grosse Rolle. Die Auswahl ist trotz dieser Einschränkungen enorm. «Für eine eher schattige Fläche hinter dem Haus kommen Hunderte Pflanzen in Frage, für einen sonnigen Standort ist das Sortiment praktisch endlos», führt Othmar Ziswiler aus. Um sich ein Bild zu verschaffen, empfiehlt er, eine Baumschule oder Gärtnerei zu besuchen. Die grosse Auswahl und die sehr unterschiedlichen Ansprüche der Gartenpflanzen machen eine gute Beratung unumgänglich. «Man kann bei der Pflanzenauswahl sehr vieles falsch machen», erklärt Othmar Ziswiler. «Ein häufiger Fehler ist, dass zu grosse, stark wachsende Pflanzen auf zu kleinem Raum platziert werden. Sie müssen ständig zurückgeschnitten werden und bereiten viel Arbeit.» Auch sollte man Pflanzen nicht zu nahe setzen, da sie einander sonst verdrängen können. Besonders wichtig ist die Bodenqualität, denn in verdichteten Böden haben es Pflanzen schwer. Zum Pflegeaufwand für Ihre Gartenbepflanzung lassen Sie sich am besten beim Gärtner oder Baumschulist beraten. Grundsätzlich gilt: Pflanzen, die an einem ungeeigneten Standort stehen, schaffen unnötige Umstände bei der Pflege oder gehen sogar ein.
«Die Auswahl an Pflanzen für den Garten ist beinahe endlos.» Othmar Ziswiler, JardinSuisse
Wohnliche Gestaltung
Neben Pflanzen gehören in einen Garten natürlich noch viele weitere Elemente, beispielsweise Sitzplätze, Wege, Stützmauern, Sichtschutz, Beschattung, Wasser und Licht. Richtig eingesetzt lassen sie den Aussenraum wohnlich und einladend wirken. «Gestalten Sie einen Garten, in dem Sie sich wohlfühlen wie im eigenen Wohnzimmer», rät Rolf Struffenegger. «Mit Sitzbänken, Wasserspielen, einer Aussenküche oder einem Cheminée lässt sich sehr viel Gemütlichkeit hineinbringen. Auch begrünte Pergolen und andere Überdachungen sind geeignet, da sie ein angenehmes Klima auf dem Sitzplatz schaffen.» Beide Experten sind sich einig: «Der Garten entwickelt sich immer mehr zu einem festen Bestandteil des Hauses und sollte deshalb frühzeitig und sorgfältig geplant werden.»
Und wenn Sie noch keinen Gartenbauer für Ihr Projekt gefunden haben, können Sie auf der JardinSuisse-Website ihr-gaertner.ch einen Spezialisten in Ihrer Nähe suchen.

Rolf Struffenegger, Bereichsleiter Garten- und Landschaftsbau bei JardinSuisse




