Sichtbeton trifft Ockerrot
Sichtbeton, viel Glas und eine Insel in warmem Ockerrot: In diesem zurückhaltend gestalteten Wohnhaus wird die Küche zur offenen Werkstatt und zum Treffpunkt für die ganze Familie.

Das minimalistisch gestaltete Einfamilienhaus liegt im deutschen Hessen inmitten der Natur und ist geprägt von Sichtbeton und Einbauten im Industrial Style. Die offene Küche im Erdgeschoss ist direkt mit dem Ess- und Wohnbereich verbunden. Eine bodentiefe Fensterfront bringt nicht nur viel Tageslicht in den Raum, sondern öffnet auch den Blick ins Grüne. Dadurch wirkt der Küchenbereich hell, weit und selbstverständlich als Teil des Wohnens. Gleichzeitig ist die Küche so positioniert, dass sie in den Alltag passt: Wer kocht, bleibt im Raumgeschehen – Gespräche am Esstisch oder im Wohnbereich laufen nebenher weiter.

Stauraum und klare Linien
Im Zentrum der Küche steht eine geräumige Kücheninsel mit Spüle und Kochfeld. Sie wurde als Hauptarbeitsplatz und Treffpunkt konzipiert. Hier laufen die wichtigsten Handgriffe zusammen: Vorbereiten, Kochen, Abräumen. Mit dem Farbton «l’ocre rouge» aus der Farbenkollektion Les Couleurs Le Corbusier setzt die Insel einen gezielten Akzent zur zurückhaltenden Materialität des Hauses und bringt Wärme in die ansonsten nüchterne Umgebung. Die restliche Gestaltung bleibt bewusst ruhig: Gerade Linien, reduzierte Geometrie und grifflose Fronten in warmem Olivgrau gliedern die Bereiche und lassen die Insel als einziges Farbsignal wirken. Eine Naturstein-Arbeitsplatte ergänzt das Konzept um ein robustes, haptisches Material, das im täglichen Gebrauch unempfindlich ist und sich optisch gut kombinieren lässt.

Damit die Küche im Alltag funktioniert, spielt die Stauraumplanung eine zentrale Rolle. Eine integrierte, raumhohe Garderobe übernimmt als Raumteiler gleich mehrere Aufgaben. Zur Eingangsseite dient sie als klassische Garderobe; zur Küchenseite hin wird derselbe Korpus zur Stauraum- und Gerätezone. Geschirrspüler, Kühlschrank und Backofen sind ebenso integriert wie Geschirr und Zubehör, sodass die Küche offen und aufgeräumt bleibt, ohne dass Alltagsdetails sichtbar werden. So bleibt die Insel als Arbeitsfläche frei und wird nicht zur dauerhaften Ablage.

Licht und Raumhöhe
Auch die Beleuchtung ist zurückhaltend gestaltet und folgt dem architektonischen Konzept. Tagsüber dominiert das Licht aus der Glasfront. Abends ergänzen in die Betondecke integrierte LED-Spots die Grundbeleuchtung und sorgen für eine gleichmässige Ausleuchtung der Arbeitsbereiche, ohne den Raum zu inszenieren. Zusammen mit dem hohen Luftraum über dem Essplatz entsteht ein zusammenhängender Wohnraum, der grosszügig wirkt und zugleich klar strukturiert bleibt – mit einer Küche, die sichtbar präsent ist, aber nicht dominiert.




