Badezimmer renovieren: Kosten und Planung in der Schweiz

Ein Badezimmer wird täglich genutzt und muss über viele Jahre funktionieren. Bei einer Renovation geht es deshalb um deutlich mehr als neue Platten, Armaturen und Möbel.

Wasserleitungen, Abdichtung, Lüftung, Beleuchtung, Stauraum und die Position der Sanitärapparate beeinflussen Kosten und Qualität einer Badezimmer-Renovation ebenso stark wie das Design. Wer ein Badezimmer renovieren möchte, sollte deshalb zuerst den technischen Zustand und den Grundriss prüfen – und erst danach Materialien, Armaturen und Möbel auswählen.

Das Wichtigste in Kürze

Für die Renovation eines Badezimmers nennt UBS bei einfacher Ausführung Richtwerte von rund CHF 2’000 bis CHF 2’500 pro Quadratmeter. Bei durchschnittlicher Qualität liegen die Richtwerte bei ungefähr CHF 3’000 bis CHF 4’000 pro Quadratmeter. Die tatsächlichen Kosten hängen stark von Raumgrösse, Leitungen, Grundriss, Materialien und Ausstattungsstandard ab.

Besonders teuer wird eine Badsanierung meist dann, wenn:

  • WC, Dusche oder Lavabo versetzt werden
  • Wasser- oder Abwasserleitungen erneuert werden müssen
  • der Grundriss verändert wird
  • hochwertige Materialien gewählt werden
  • Sonderanfertigungen hinzukommen
  • beim Rückbau versteckte Schäden zum Vorschein kommen

Wer die bestehenden Anschlusspunkte möglichst beibehält, kann häufig deutlich günstiger renovieren.

Was kostet eine Badezimmer-Renovation in der Schweiz?

Eine pauschale Summe für jedes Badezimmer gibt es nicht. Ein kleines Gästebad kann trotz geringer Fläche relativ teuer sein, weil Sanitärinstallationen, Elektroarbeiten, Abdichtung und Montage unabhängig von der Raumgrösse notwendig sind. Umgekehrt muss ein grosses Badezimmer nicht automatisch sehr teuer werden, wenn der bestehende Grundriss erhalten bleibt und mit einem vernünftigen Ausstattungsstandard gearbeitet wird.

Als grobe Orientierung nennt UBS für eine durchschnittliche Badezimmer-Renovation etwa CHF 3’000 bis CHF 4’000 pro Quadratmeter.

Beispiel: Badezimmer mit 8 m²

Bei einem Orientierungswert von CHF 3’000 bis CHF 4’000 pro Quadratmeter ergibt sich für ein Badezimmer mit 8 m² eine grobe Grössenordnung von:

CHF 24’000 bis CHF 32’000

Das ist eine Richtgrösse und keine Offerte. Bei aufwendigen Grundrissänderungen, Naturstein, massgefertigten Möbeln oder komplexer Haustechnik kann die Investition deutlich höher liegen.

Welche Arbeiten gehören zu einer kompletten Badsanierung?

Bei einer umfassenden Renovation werden meist mehrere Gewerke benötigt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Rückbau und Entsorgung
  • Sanitärarbeiten
  • Elektroarbeiten
  • Abdichtungen
  • Plattenarbeiten
  • Gipser- und Malerarbeiten
  • Schreinerarbeiten
  • Montage der Sanitärapparate
  • Beleuchtung
  • Lüftung

Ein Badezimmer ist deshalb trotz seiner vergleichsweise kleinen Fläche ein technisch anspruchsvoller Raum. Eine gute Koordination der verschiedenen Arbeiten ist entscheidend.

1. Zuerst prüfen: Muss der Grundriss geändert werden?

Eine der wichtigsten Kostenfragen lautet: Bleiben WC, Dusche, Badewanne und Lavabo am gleichen Ort?

Wenn ja, lassen sich vorhandene Anschlüsse häufig weiterverwenden oder vergleichsweise einfach erneuern. Wer dagegen beispielsweise das WC auf die andere Raumseite versetzt oder eine Dusche an einem völlig neuen Ort plant, verändert möglicherweise:

  • Abwasserleitungen
  • Wasserleitungen
  • Bodenaufbau
  • Vorwandinstallationen
  • Gefälle

Das kann erhebliche Zusatzkosten verursachen. Deshalb lohnt es sich, zuerst Grundrissvarianten zu prüfen, die mit den bestehenden Anschlusspunkten funktionieren.

2. Leitungen bei älteren Bädern überprüfen

Wird ein Badezimmer nach mehreren Jahrzehnten komplett geöffnet, sollte der Zustand der Leitungen geprüft werden. Neue Armaturen und Platten auf sehr alten Installationen können kurzfristig günstiger erscheinen. Muss wenige Jahre später wegen eines Leitungsproblems erneut geöffnet werden, wird es jedoch deutlich teurer.

Relevant sind insbesondere:

  • Frischwasserleitungen
  • Abwasserleitungen
  • Anschlüsse
  • Absperrventile
  • Vorwandinstallationen

Ob Leitungen ersetzt werden müssen, sollte eine Sanitärfachperson beurteilen.

3. Abdichtung nicht unterschätzen

Das schönste Badezimmer nützt wenig, wenn Wasser in Wände oder Böden eindringt. Feuchtebeanspruchte Innenräume müssen deshalb fachgerecht geplant und abgedichtet werden.

Seit Mai 2025 gilt dafür die SIA 271/1 «Abdichtungen von Innenräumen». Besonders relevant sind:

  • Duschen
  • Bodenanschlüsse
  • Wandanschlüsse
  • Durchdringungen
  • Abläufe
  • Übergänge zwischen verschiedenen Materialien

Die Abdichtung ist nach Abschluss der Arbeiten kaum noch sichtbar, gehört aber zu den wichtigsten Bestandteilen der gesamten Badsanierung.

4. Bodengleiche Dusche richtig planen

Eine bodengleiche Dusche lässt ein Badezimmer grosszügig wirken und reduziert Stolperstellen. Bei einer Renovation ist sie jedoch nicht immer ohne Weiteres realisierbar.

Entscheidend sind:

  • vorhandener Bodenaufbau
  • Position des Abflusses
  • notwendiges Gefälle
  • Abdichtung
  • verfügbare Aufbauhöhe

Je nach bestehender Konstruktion kann eine sehr flache Duschtasse technisch einfacher sein als eine vollständig geflieste, niveaugleiche Dusche. Die Machbarkeit sollte deshalb geklärt werden, bevor Platten und Armaturen ausgewählt werden.

5. Dusche oder Badewanne?

Bei kleinen Badezimmern stellt sich häufig die Frage, ob eine Badewanne überhaupt noch benötigt wird. Eine grosszügige Dusche kann im Alltag komfortabler sein und den Raum optisch öffnen.

Eine Badewanne bleibt dagegen interessant für:

  • Familien mit kleinen Kindern
  • Personen, die regelmässig baden
  • grössere Familienbäder

Wer genügend Platz hat, kann Dusche und Badewanne kombinieren. Bei begrenzter Fläche ist eine grosszügige, gut geplante Lösung meist besser als zwei zu kleine Bereiche.

6. Badezimmer langfristig planen

Eine Renovation ist eine gute Gelegenheit, das Badezimmer so zu gestalten, dass es langfristig komfortabel nutzbar bleibt. Dabei muss es nicht wie ein Pflegebad aussehen.

Schon einfache Entscheidungen können später helfen:

  • bodengleiche Dusche
  • möglichst wenige Schwellen
  • ausreichende Bewegungsfläche
  • rutschhemmender Boden
  • stabile Wandkonstruktionen für spätere Haltegriffe
  • leicht erreichbare Armaturen
  • gute und blendfreie Beleuchtung

Die SIA 500 behandelt das hindernisfreie Bauen in der Schweiz. Ob ihre Anforderungen bei einem konkreten Projekt verbindlich sind, hängt von Gebäudeart und den anwendbaren Vorschriften ab. Viele ihrer Grundprinzipien lassen sich bei einem privaten Einfamilienhaus aber freiwillig berücksichtigen.

7. Wie viel Platz braucht eine Dusche?

Eine sehr kleine Dusche spart Grundfläche, kann im Alltag aber unkomfortabel sein. Deshalb sollte nicht nur die reine Duschfläche betrachtet werden.

Wichtig sind auch:

  • Einstieg
  • Türöffnung
  • Position der Armatur
  • Ablageflächen
  • Bewegungsraum vor der Dusche

Eine offene Walk-in-Dusche benötigt häufig mehr Platz als eine geschlossene Kabine, damit Wasser nicht weit in den übrigen Raum spritzt.

8. Doppelwaschtisch: sinnvoll oder Platzverschwendung?

Ein Doppelwaschtisch wird häufig als Familienlösung gewählt, benötigt jedoch entsprechend viel Wandfläche. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: «Passen zwei Lavabos hinein?», sondern vielmehr: Wie viele Personen benutzen das Badezimmer tatsächlich gleichzeitig?

Manchmal ist ein breiter Waschtisch mit einem grossen Lavabo und viel Ablagefläche praktischer als zwei kleinere Becken.

9. Stauraum von Anfang an einplanen

Badezimmer benötigen meist mehr Stauraum, als auf Visualisierungen sichtbar ist. Untergebracht werden müssen beispielsweise:

  • Handtücher
  • Kosmetik
  • Hygieneartikel
  • Toilettenpapier
  • Reinigungsmittel
  • Föhn und Stylinggeräte
  • Medikamente
  • Vorräte

Ein Spiegelschrank bietet besonders effizienten Stauraum, weil er kaum zusätzliche Grundfläche benötigt. Auch Waschtischunterschränke mit Auszügen sind im Alltag häufig praktischer als tiefe Schränke mit Türen.

10. Waschmaschine im Badezimmer?

Ist kein separater Hauswirtschaftsraum vorhanden, kann das Badezimmer ein geeigneter Standort für Waschmaschine und Tumbler sein. Anschlüsse und Platz müssen jedoch frühzeitig berücksichtigt werden.

Zu prüfen sind:

  • Wasseranschluss
  • Abwasser
  • Strom
  • Lüftung
  • Geräuschentwicklung
  • Platz zum Öffnen der Geräte
  • Wäscheaufbewahrung

Waschmaschine und Tumbler können je nach Raum übereinander oder nebeneinander angeordnet werden. Eine geschlossene Möbellösung kann das Badezimmer optisch ruhiger wirken lassen.

11. Welche Platten eignen sich fürs Badezimmer?

Keramische Platten sind robust, wasserbeständig und pflegeleicht. Bei der Auswahl geht es jedoch nicht nur um Farbe und Format.

Wichtig sind auch:

  • Rutschhemmung
  • Fugenanteil
  • Reinigungsaufwand
  • Verlegeaufwand
  • Plattenformat
  • Beschaffenheit des Untergrunds

Sehr grosse Platten können einen ruhigen und grosszügigen Eindruck schaffen, stellen aber höhere Anforderungen an Untergrund und Verarbeitung. Kleinere Formate erzeugen mehr Fugen, können bei Duschflächen mit Gefälle jedoch konstruktive Vorteile haben.

12. Muss das ganze Badezimmer gefliest werden?

Nein. Viele moderne Badezimmer kombinieren Platten mit verputzten oder gestrichenen Wandflächen. Das kann wohnlicher wirken und gleichzeitig Kosten reduzieren.

Entscheidend ist, dass stark feuchtebeanspruchte Bereiche fachgerecht ausgeführt werden. Besonders in der Dusche sind ein geeigneter Wandaufbau und eine zuverlässige Abdichtung erforderlich.

13. Fugenfarbe bewusst auswählen

Fugen beeinflussen das Erscheinungsbild stärker, als man zunächst erwartet. Ein starker Farbkontrast betont jedes einzelne Plattenformat, während eine ähnliche Fugenfarbe Flächen ruhiger wirken lässt.

Auch der Pflegeaufwand sollte berücksichtigt werden. Sehr helle Fugen am Boden zeigen Verschmutzungen meist schneller als mittlere Farbtöne.

14. Gute Badezimmerbeleuchtung braucht mehrere Ebenen

Ein Badezimmer sollte nicht nur eine helle Deckenleuchte besitzen. Sinnvoll ist eine Kombination verschiedener Lichtquellen.

Allgemeinbeleuchtung

Sie sorgt für eine gleichmässige Grundhelligkeit und sichere Orientierung im Raum.

Spiegelbeleuchtung

Das Gesicht sollte möglichst gleichmässig beleuchtet werden. Licht ausschliesslich von oben erzeugt häufig starke Schatten unter Augen und Kinn.

Akzent- oder Nachtlicht

Eine gedimmte Beleuchtung kann nachts angenehmer sein als die volle Raumbeleuchtung.

Bei Elektroinstallationen im Badezimmer gelten besondere Schutzanforderungen. Planung und Ausführung gehören deshalb in die Hände einer Elektrofachperson.

15. Steckdosen nicht vergessen

Im Badezimmer werden heute zahlreiche elektrische Anschlüsse benötigt, beispielsweise für:

  • Föhn
  • elektrische Zahnbürste
  • Rasierer
  • Stylinggeräte
  • beleuchteten Spiegel oder Spiegelschrank
  • Dusch-WC
  • Waschmaschine und Tumbler

Die Positionen sollten bereits während der Detailplanung festgelegt werden. Nachträgliche Änderungen in fertig gefliesten Wänden sind aufwendig und teuer.

16. Lüftung und Feuchtigkeit

Beim Duschen und Baden entsteht viel Feuchtigkeit. Ein Badezimmer muss diese zuverlässig wieder abführen können. Bei Räumen mit Fenstern hilft regelmässiges Stosslüften. Innenliegende Badezimmer benötigen in der Regel eine mechanische Lüftung.

Eine ungenügende Lüftung erhöht das Risiko von:

  • Kondenswasser
  • Schimmel
  • Gerüchen
  • Schäden an Oberflächen und Bauteilen

Bei einer Renovation sollte deshalb auch die bestehende Lüftungsanlage überprüft werden.

17. Handtuchheizkörper oder Fussbodenheizung?

Eine Fussbodenheizung sorgt für angenehme Oberflächentemperaturen und einen komfortablen Boden im Winter. Bei älteren Gebäuden lässt sie sich im Rahmen einer Renovation jedoch nicht immer problemlos nachrüsten.

Ein Handtuchheizkörper kann zusätzlichen Komfort bieten. Er sollte aber nicht nur nach seiner Optik ausgewählt werden. Entscheidend ist, ob er zur erforderlichen Wärmeleistung des Raumes beiträgt oder hauptsächlich zum Trocknen und Temperieren von Handtüchern dient.

18. Was treibt die Kosten besonders stark nach oben?

Die grössten Kostentreiber sind häufig nicht einzelne Armaturen, sondern bauliche und technische Veränderungen.

Grundrissänderungen

Das Versetzen von Sanitärapparaten kann umfangreiche Anpassungen an Wasser- und Abwasserleitungen erforderlich machen.

Hochwertige Armaturen

Designarmaturen, Unterputzsysteme und spezielle Duschlösungen können das Budget deutlich erhöhen.

Naturstein

Naturstein kann sowohl beim Material als auch bei Verarbeitung und Pflege höhere Kosten verursachen.

Massmöbel

Individuell gefertigte Badmöbel nutzen den vorhandenen Raum optimal, sind aber in der Regel teurer als Standardlösungen.

Technische Ausstattung

Dusch-WC, Dampfdusche, Soundsysteme oder Smart-Home-Funktionen erhöhen sowohl die Investition als auch den Installationsaufwand.

Wo kann man bei der Badrenovation sparen?

Sparen sollte nicht bei Abdichtung, Leitungen oder sicherheitsrelevanten Installationen beginnen. Sinnvoller sind Einsparungen bei Elementen, die später vergleichsweise einfach ersetzt werden können.

Mögliche Sparansätze sind:

  • bestehende Anschlusspunkte beibehalten
  • Standardformate bei Platten wählen
  • weniger unterschiedliche Materialien verwenden
  • Standardmöbel statt Sonderanfertigungen einsetzen
  • hochwertige Basisprodukte statt teurer Designserien wählen
  • nicht jede Wand vollständig fliesen

Die unsichtbaren technischen Arbeiten sollten dagegen fachgerecht und langfristig ausgeführt werden.

Welche Reihenfolge ist bei einer Badsanierung sinnvoll?

Eine Badezimmer-Renovation verläuft typischerweise ungefähr in dieser Reihenfolge:

  1. bestehendes Badezimmer aufnehmen und vermessen
  2. Leitungen und technischen Zustand prüfen
  3. Grundriss festlegen
  4. Budget definieren
  5. Sanitärapparate und Materialien auswählen
  6. vergleichbare Offerten einholen
  7. bestehendes Badezimmer zurückbauen
  8. Rohinstallationen für Sanitär und Elektro ausführen
  9. Untergrund vorbereiten und abdichten
  10. Platten- und Oberflächenarbeiten ausführen
  11. Sanitärapparate montieren
  12. Möbel, Spiegel und Beleuchtung montieren
  13. Abnahme durchführen

Die genaue Reihenfolge hängt vom Projekt ab. Entscheidend ist, dass die verschiedenen Gewerke gut aufeinander abgestimmt sind.

Wie lange dauert eine Badezimmer-Renovation?

Eine allgemeingültige Dauer gibt es nicht. Ein einfacher Austausch ohne grössere Leitungsänderungen kann vergleichsweise schnell erfolgen. Eine vollständige Sanierung mit Rückbau, neuen Leitungen, Abdichtung, Plattenarbeiten und mehreren Gewerken benötigt entsprechend mehr Zeit.

Hinzu kommen mögliche Lieferzeiten für:

  • Badmöbel
  • Armaturen
  • Platten
  • Duschtrennwände
  • Spezialanfertigungen

Gerade in einem Haushalt mit nur einem Badezimmer sollte früh geklärt werden, welche Übergangslösung während der Bauzeit möglich ist.

Braucht eine Badezimmer-Renovation eine Baubewilligung?

Bei einer reinen Innenrenovation ohne Nutzungsänderung oder wesentliche bauliche Eingriffe ist häufig keine klassische Baubewilligung erforderlich. Das lässt sich jedoch nicht für jedes Projekt und jeden Kanton pauschal beantworten.

Relevant können beispielsweise sein:

  • Eingriffe in tragende Bauteile
  • neue oder veränderte Fenster
  • Nutzungsänderungen
  • Arbeiten an geschützten Gebäuden
  • grössere technische Veränderungen

Bei Unsicherheit sollte die zuständige Gemeinde konsultiert werden.

Kann man eine Badezimmer-Renovation von den Steuern abziehen?

Stand 2026 können werterhaltende Unterhaltskosten bei selbstgenutzten Liegenschaften grundsätzlich steuerlich relevant sein. Die Eidgenössische Steuerverwaltung unterscheidet zwischen werterhaltendem Unterhalt und wertvermehrenden Investitionen.

Bei einer Badrenovation können beide Arten von Kosten gleichzeitig vorkommen. Der gleichwertige Ersatz einer alten Ausstattung kann beispielsweise werterhaltenden Charakter haben, während eine deutliche Komfortsteigerung teilweise als wertvermehrend beurteilt werden kann.

Die konkrete Aufteilung sollte mit der kantonalen Steuerbehörde oder einer Steuerfachperson geklärt werden.

Steuerregeln ändern sich ab 2029

Der Bundesrat hat die Reform der Wohneigentumsbesteuerung auf den 1. Januar 2029 in Kraft gesetzt. Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts entfällt für selbstgenutztes Wohneigentum grundsätzlich auch der bisherige Unterhaltskostenabzug bei Bund, Kantonen und Gemeinden.

Für Renovationen in den Jahren 2026 bis 2028 kann der Zeitpunkt einer Investition deshalb steuerlich relevant sein.

Wie viele Offerten sollte man einholen?

Bei einer vollständigen Badezimmer-Renovation sind mehrere vergleichbare Offerten sinnvoll. Dabei sollte nicht nur der Gesamtpreis betrachtet werden.

Prüfen Sie insbesondere, ob folgende Positionen enthalten sind:

  • Rückbau
  • Entsorgung
  • Sanitärarbeiten
  • Elektroarbeiten
  • Abdichtung
  • Plattenarbeiten
  • Sanitärapparate
  • Armaturen
  • Möbel
  • Spiegel
  • Beleuchtung
  • Malerarbeiten
  • Koordination der Gewerke
  • Garantien

Ein auf den ersten Blick günstigeres Angebot kann wichtige Nebenarbeiten ausschliessen und dadurch am Ende teurer werden.

Häufige Fehler bei der Badezimmer-Renovation

1. Zuerst Platten aussuchen

Das Design sollte erst festgelegt werden, wenn Grundriss, Leitungen und technische Anforderungen geklärt sind.

2. Alte Leitungen nicht prüfen

Bei einem älteren Badezimmer sollte geprüft werden, ob die bestehenden Installationen noch für weitere Jahrzehnte ausgelegt sind.

3. Abdichtung unterschätzen

Fehler in der Abdichtung bleiben oft lange unsichtbar und können später erhebliche Schäden verursachen.

4. Zu wenig Stauraum planen

Ein minimalistisches Badezimmer ohne ausreichenden Stauraum wirkt nur so lange ruhig, bis es im Alltag genutzt wird.

5. Zu wenig Steckdosen einplanen

Elektrische Geräte gehören heute selbstverständlich zum Badezimmeralltag. Die benötigten Anschlüsse sollten deshalb früh geplant werden.

6. Nur für heute planen

Eine bodengleiche Dusche, ausreichend Bewegungsfläche und gut erreichbare Armaturen können das Badezimmer auch langfristig komfortabler machen.

7. Budget ohne Reserve erstellen

Bei älteren Gebäuden zeigt sich der tatsächliche Zustand von Leitungen, Untergrund und Bauteilen manchmal erst nach dem Rückbau. Eine Reserve für Unvorhergesehenes ist deshalb sinnvoll.

Badezimmer renovieren: Checkliste

Vor der Auftragserteilung sollten folgende Punkte geklärt sein:

  • Wie hoch ist das Gesamtbudget?
  • Bleibt der bestehende Grundriss erhalten?
  • Wie alt sind Wasser- und Abwasserleitungen?
  • Dusche, Badewanne oder beides?
  • Ist eine bodengleiche Dusche technisch möglich?
  • Wie werden Dusche, Wände und Boden abgedichtet?
  • Welche Lüftung ist vorhanden?
  • Gibt es genügend Stauraum?
  • Wo werden Steckdosen benötigt?
  • Wie wird der Spiegel beleuchtet?
  • Ist eine Fussbodenheizung sinnvoll und machbar?
  • Soll das Badezimmer langfristig hindernisarm funktionieren?
  • Welche Materialien sind pflegeleicht?
  • Sind alle Gewerke und Nebenarbeiten in der Offerte enthalten?
  • Ist eine ausreichende Kostenreserve vorhanden?
  • Welche Renovationskosten können steuerlich relevant sein?

Fazit: Beim Badezimmer zuerst Technik und Grundriss planen

Eine gute Badezimmer-Renovation beginnt nicht mit der Auswahl der Platten. Zuerst sollten Grundriss, Leitungen, Abdichtung, Lüftung und Budget geklärt werden. Danach folgen Sanitärapparate, Möbel, Materialien und Beleuchtung.

Als grobe Orientierung können bei einer durchschnittlichen Renovation in der Schweiz ungefähr CHF 3’000 bis CHF 4’000 pro Quadratmeter angesetzt werden. Je nach Zustand, Ausstattung und baulichen Veränderungen kann die tatsächliche Investition deutlich davon abweichen.

Wer die technischen Grundlagen sauber plant und erst danach über das Design entscheidet, schafft ein Badezimmer, das nicht nur am Tag der Fertigstellung überzeugt, sondern langfristig funktioniert.

Häufige Fragen zur Badezimmer-Renovation

Was kostet ein neues Badezimmer in der Schweiz?

Für eine durchschnittliche Renovation nennt UBS ungefähr CHF 3’000 bis CHF 4’000 pro Quadratmeter. Bei einfacher Ausführung liegen die genannten Richtwerte bei rund CHF 2’000 bis CHF 2’500 pro Quadratmeter. Der tatsächliche Preis hängt stark vom bestehenden Badezimmer und vom gewünschten Standard ab.

Was ist bei einer Badsanierung am teuersten?

Kostenintensiv werden insbesondere Grundrissänderungen, neue Leitungsführungen, hochwertige Materialien, Spezialanfertigungen und umfangreiche technische Arbeiten.

Muss bei einer Renovation die ganze Wasserleitung ersetzt werden?

Nicht zwingend. Bei älteren Leitungen sollte ihr Zustand jedoch geprüft werden, solange Wände und Böden ohnehin geöffnet sind.

Lohnt sich eine bodengleiche Dusche?

Eine bodengleiche Dusche bietet hohen Komfort und reduziert Schwellen. Bei bestehenden Gebäuden hängt die Machbarkeit jedoch vom Bodenaufbau, der verfügbaren Aufbauhöhe und der Abwasserführung ab.

Welche Norm gilt für die Abdichtung im Badezimmer?

Für Abdichtungen von Innenräumen gilt seit Mai 2025 die SIA 271/1 «Abdichtungen von Innenräumen».

Kann ich eine Badezimmer-Renovation steuerlich abziehen?

Stand 2026 können werterhaltende Kosten grundsätzlich steuerlich relevant sein, während wertvermehrende Investitionen anders behandelt werden. Die konkrete Einordnung hängt von den ausgeführten Arbeiten und den kantonalen Regeln ab.

Quellen

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