Wildnis auf dem Teller
Mit der Geschirrkollektion Santiago de Borja bringen Serax und die belgisch-peruanische Künstlerin Shirley Villavicencio Pizango – bekannt als Shurleey – Kunst dorthin zurück, wo sie Teil des Alltags wird: auf den Tisch. Nach skulpturalen Vasen folgt nun eine Serie handbemalter Teller, die Malerei, Keramik und persönliche Geschichte miteinander verbindet.

Shurleeys künstlerische Sprache ist roh, farbintensiv und unmittelbar. In ihren Gemälden zeigt sie Menschen und Dinge des täglichen Lebens – Tischdecken, Keramiken, Früchte – als Träger von Wärme, Nähe und Identität. Diese Bildwelt überträgt sie nun auf zehn Teller, von denen jeder eine eigene Naturszene erzählt. Blumen, Pflanzen, Tiere und Früchte entfalten sich in kräftigen Farbflächen und schwarzen Konturen, lebendig und ungezähmt.

Die Motive sind eng mit Shurleeys Herkunft verbunden. Sie wuchs in Santiago de Borja auf, einem Dorf im peruanischen Amazonasgebiet, dessen tropische Landschaft bis heute ihre Arbeit prägt. Die Kollektion ist eine Hommage an diese Umgebung – an ihre Wildheit, ihre Sinnlichkeit und ihre unerschöpfliche Energie. Dabei geht es nicht um folkloristische Abbildung, sondern um Erinnerung, Emotion und Übersetzung.

Indem Shurleey ihre malerische Praxis mit Keramik verbindet, entstehen Objekte, die zwischen Kunst und Gebrauch pendeln. Die Teller funktionieren als Geschirr, aber auch als Ausdruck von Haltung: Sie feiern Authentizität, Menschlichkeit und die Schönheit des Unperfekten. Mit Santiago de Borja wird Kunst nicht ausgestellt, sondern gelebt – bei jeder Mahlzeit.





