Keramik als Sitzobjekt

Auf den ersten Blick wirkt er wie eine Skulptur, erst auf den zweiten offenbart sich seine Funktion: Der Keramik-Pouf von Onofrio Acone bewegt sich bewusst zwischen Kunstobjekt und Möbel.

 Von Hand aufgebaut, ohne Drehscheibe, entsteht jede Form in einem langsamen, körperlichen Prozess, bei dem Material, Feuer und Zufall gleichwertige Mitgestalter sind. Die archaisch anmutenden Volumen erinnern an mediterrane Gefässe, ihre Präsenz ist ruhig, erdverbunden und zugleich von grosser Ausdruckskraft.

Charakteristisch sind die Oberflächen: matte und glänzende Glasuren, reliefartige Strukturen, Spuren von Jute, Holz oder Metall, die während des Gestaltungsprozesses in den Ton eingeschrieben werden. Farblich reicht das Spektrum von kalkigem Weiss bis zu kräftigen, beinahe roh wirkenden Akzenten – stets in einer Balance, die eher an Landschaften als an Dekor erinnert. Jeder Pouf ist ein Unikat, geprägt von kleinen Unregelmässigkeiten, die nicht als Makel, sondern als Zeichen handwerklicher Authentizität gelesen werden.

Im Raum funktioniert der Pouf als flexibles Element: Sitzgelegenheit, Beistellobjekt oder skulpturaler Ruhepunkt. Er fügt sich nicht unter, sondern setzt ein Statement – leise, aber bestimmt. Acones Keramik-Poufs sind weniger für das schnelle Wohnen gedacht als für Menschen, die Objekte schätzen, die Geschichte, Materialität und Emotion in sich tragen. Ein Möbelstück, das nicht nur benutzt, sondern erlebt werden will.

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