JS . THONET: Jil Sander veredelt Bauhaus-Klassiker für Thonet

Mit JS . THONET betritt Jil Sander erstmals die Welt des Möbeldesigns. Gemeinsam mit Thonet interpretiert sie ikonische Stahlrohrentwürfe neu und überführt sie in eine präzise, materialbewusste Gegenwart. Die Kollektion verbindet Bauhaus-Erbe mit einer stillen Form von Luxus, die nicht auf Effekt setzt, sondern auf Qualität, Oberfläche und Dauer.

Jil Sander ist für einen Purismus bekannt geworden, der Reduktion nie als Verzicht versteht, sondern als Schärfung. Genau diese Haltung prägt auch ihre Zusammenarbeit mit Thonet. Seit 2025 entwickelt sie gemeinsam mit dem Designteam des deutschen Herstellers die Signature-Kollektion «JS . THONET» und überarbeitet dafür bedeutende Stahlrohrklassiker mit grosser Sensibilität für Material, Farbigkeit und Proportion. Ausgangspunkt war der Freischwinger S 64 von Marcel Breuer, inzwischen umfasst die Kollektion auch den S 32, den Loungesessel S 411 mit Hocker, den Tisch S 1070 sowie den Beistelltisch B 97.

Bemerkenswert ist dabei der Ansatz: Jil Sander will die Klassiker nicht neu erfinden, sondern veredeln. Diese Veredelung zeigt sich nicht in lauten Eingriffen, sondern in der Präzision der Details. Veredelte Stahlrohrgestelle, hochglanzlackierte Holzelemente, Leder, Wiener Geflecht und fein abgestimmte Farbtöne verändern die Wirkung der Entwürfe, ohne deren archetypische Klarheit anzutasten. So entsteht eine Kollektion, die den historischen Kern der Möbel respektiert und ihn zugleich mit neuer Sinnlichkeit auflädt.

Zwischen Bauhaus und stiller Luxusauffassung

Die gesamte Serie ist in den beiden Gestaltungslinien «SERIOUS» und «NORDIC» erhältlich. «SERIOUS» setzt auf dunklere, dichtere Töne, auf eine rauchig glänzende Titan-Anmutung der Gestelle und auf hochglanzlackierte Oberflächen in Graphite Black, Ruby Red, Green oder Blue. «NORDIC» wirkt heller und zurückhaltender, mit mattem Nickelsilver-Finish, weiss pigmentierter Eiche und Lederfarben wie Light Caramel, Burnt Walnut oder Alabaster White. In beiden Linien wird deutlich, dass Farbe hier nicht bloss Dekor ist, sondern Teil der Konstruktion und Atmosphäre.

Besonders überzeugend ist, wie konsequent sich diese Haltung über die verschiedenen Produkttypen hinweg fortsetzt. Der Freischwinger S 64 und sein armlehnenloses Pendant S 32 schärfen den Bauhaus-Klassiker über Oberfläche, Glanzgrad und Materialkombination. Der Loungesessel S 411 übersetzt die Sprache der Kollektion in ein weicheres, voluminöseres Sitzmöbel, dessen geschwungenes Stahlrohrgestell auf eine bewusst reduzierte, monolithisch wirkende Polsterung trifft. Der Tisch S 1070 ergänzt die Reihe um einen formal zurückhaltenden Entwurf, dessen längs geteilte Tischplatte zusätzliche Leichtigkeit erzeugt und differenzierte Farbkombinationen erlaubt. Der Beistelltisch B 97 schliesslich nimmt die Material- und Farbwelt der Kollektion auf und verbindet sie mit der funktionalen Raffinesse eines vielseitigen Satztisches.

Inhaltlich knüpft JS . THONET eng an das Bauhaus-Verständnis von Gestaltung an. Jil Sander verweist selbst auf Marcel Breuers Fähigkeit, industrielle Konstruktion mit angenehmen, hochwertigen Materialien wie Leder, Holz und Stahlrohr zu verbinden. Genau aus dieser Spannung zwischen technischer Klarheit und warmer Materialität bezieht auch die neue Kollektion ihre Wirkung. Der Luxus liegt hier nicht im Gestus, sondern in Verarbeitung, Beständigkeit und einer Qualität, die auf lange Nutzung hin gedacht ist. Als feines Signet tragen sämtliche Modelle eine «JS . THONET»-Gravur am Stahlrohrgestell.

Dass diese Neuinterpretation über eine gewöhnliche Produkteinführung hinausgeht, zeigt auch ihre institutionelle Anerkennung: Im März 2026 übergab Thonet zwei von Jil Sander interpretierte Freischwinger S 64 an Die Neue Sammlung in München. Die Aufnahme in eine der weltweit führenden Designsammlungen unterstreicht die gestalterische Relevanz der Arbeit und macht sichtbar, wie überzeugend hier historisches Design und zeitgenössische Veredelung zusammenfinden.

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