Wohnen im Licht Liguriens

In Loano, an der Riviera delle Palme, prägen Meer, mediterranes Licht und die Landschaft Liguriens den Charakter eines privaten Wohnhauses. Entworfen wurde die Residenz vom Studio cinquepuntounocode, geleitet von Claudia Lattuada und Paolo Montini, gemeinsam mit Interior Designerin Alessia Vittani. Als Projektpartner war Mo.1950 beteiligt.

Das Haus versteht sich nicht als Rückzugsort für gelegentliche Aufenthalte, sondern als Ort für den Alltag. Auf rund 150 Quadratmetern entstand ein Zuhause, das Licht, Material und persönliche Bedürfnisse zu einer ruhigen Wohnatmosphäre verbindet.

Landschaft als Ausgangspunkt

Der Entwurf nimmt die Umgebung nicht nur als Kulisse wahr, sondern übersetzt sie in den Innenraum. Die intensive Helligkeit, das Meer, die ligurische Vegetation und die historische Präsenz des Ortes prägen die Stimmung des Hauses. Licht spielt dabei eine zentrale Rolle: Es fällt ein, bricht sich auf Oberflächen und verändert im Lauf des Tages die Wahrnehmung der Räume.

Die fein verputzten Wände mit ihrer lebendigen Textur verstärken diesen Effekt. Sie erinnern an Sand und Stein der Region und geben den Räumen eine Materialität, die zurückhaltend wirkt, aber stark zur Atmosphäre beiträgt.

Räume, die verbinden statt trennen

Die räumliche Organisation folgt dem Prinzip der Kontinuität. Statt klare Grenzen zwischen den Funktionen zu ziehen, arbeiten die Planenden mit Einbauten und Möbelsystemen, die wie «aktive Wände» funktionieren. Sie strukturieren den Raum, ohne ihn zu verschliessen, und schaffen Übergänge zwischen Wohnen, Kochen und Schlafen.

So bleibt die Sichtbeziehung erhalten, während die einzelnen Bereiche dennoch eine klare Funktion erhalten. Das Haus wirkt offen, aber nicht beliebig; gegliedert, aber nicht streng.

Die Küche als sozialer Mittelpunkt

Küche und Wohnbereich treten in einen fliessenden Dialog. Die Küche ist dabei nicht nur Arbeitsraum, sondern der soziale Kern des Hauses. Sie ist ein Ort für Gespräche, gemeinsames Kochen und alltägliche Rituale.

Zum Einsatz kommt das Modell Maxima von Cesar mit Tecnomat-Nebula-Oberflächen, Arbeitsplatten und Rückwänden aus Porzellansteinzeug sowie Einsätzen aus Canaletto-Walnuss. Die Materialkombination verbindet technische Präzision mit Wärme und schafft eine Küche, die funktional und wohnlich zugleich ist.

Massarbeit als Haltung

Die Einrichtung wurde nicht als nachträgliche Ergänzung verstanden, sondern als Teil der architektonischen Idee. Mo.1950 übersetzte die Bedürfnisse der Bauherrschaft in individuelle Lösungen und eine zusammenhängende gestalterische Sprache.

Stauraumsysteme von Caccaro führen die Gestaltung vom Wohn- in den Schlafbereich weiter. Im Schlafzimmer ist das Ring-Bett mit Stauraum Teil einer massgefertigten Komposition. Die mit Nabuk bezogene Kopfwand übernimmt dabei eine fast architektonische Rolle: Sie rahmt, schützt und verleiht dem Raum Tiefe.

Ergänzt wird die Ausstattung durch Tisch und Sitzmöbel von Cattelan Italia, ein Sofa von Tremolada Divani, Wandoberflächen von Biopitture Design und Lichtlösungen von Cacciavillani RE.

Ein Zuhause, das mit dem Alltag wächst

Die Qualität des Projekts liegt weniger in einzelnen Objekten als im Zusammenspiel. Architektur, Innenausbau, Materialien und Licht greifen ineinander und schaffen ein Zuhause, das seine Bewohnerinnen und Bewohner begleitet.

Die Villa in Loano zeigt, wie aus einem kontinuierlichen Dialog zwischen Planung, Bauherrschaft und Partnern ein Raum entstehen kann, der nicht nur funktioniert, sondern Zugehörigkeit vermittelt. Ein Haus, das sich mit Licht, Zeit und Beziehungen verändert – und gerade dadurch lebendig bleibt.

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