Die neue Lust auf Braun
Lange galt Braun als unauffällig, altmodisch und wenig aufregend. Jetzt erlebt die Farbe ein überraschendes Comeback – und zeigt sich von einer ganz neuen Seite. Mit «Marle» von Little Greene rückt 2027 ein warmer, erdiger Farbton ins Zentrum, der weder laut noch langweilig ist. Seine besondere Stärke? Er bringt Ruhe in unsere Räume, ohne ihnen die Persönlichkeit zu nehmen.

Es gibt Farben, die sofort Aufmerksamkeit verlangen. Und solche, die ihre Wirkung erst auf den zweiten Blick entfalten. «Marle» gehört zur zweiten Kategorie. Der vielschichtige Braunton, den die britische Farbenmanufaktur Little Greene zur Farbe des Jahres 2027 gekürt hat, setzt nicht auf grosse Gesten. Stattdessen erzählt er von Geborgenheit, Natürlichkeit und einer neuen Sehnsucht nach Beständigkeit.

Mit «Marle» reagiert Little Greene auf die zunehmende Nachfrage nach komplexen, ausgewogenen Farbtönen, die Räumen Farbe
und Charakter verleihen und sich zugleich ähnlich vielseitig kombinieren lassen wie neutrale Nuancen. Mit dem veränderten Verständnis von neutralen Farben erlebt auch Braun seit einiger Zeit eine Renaissance – sowohl in der Mode als auch im Interior Design. Während Brauntöne historisch häufig vor allem aufgrund ihrer praktischen Eigenschaften eingesetzt wurden, wächst in den vergangenen Jahren das Interesse an warmen, wohnlichen Farben, die sich sowohl grossflächig als auch in vollständig aufeinander abgestimmten Farbkonzepten einsetzen lassen.
Charakter in die Räume bringen
Vor zwei Jahren stellte Little Greene mit «Sweet Treats» eine Kollektion vor, die die Abkehr von klassischem Weiss hin zu wärmeren,
selbstbewussteren Farbkonzepten aufgriff. Damals gewannen insbesondere intensive Karamelltöne mit roten und gelben Pigmenten
an Bedeutung. Der Wunsch nach behaglichen Innenräumen besteht weiterhin, zugleich verschiebt sich der Fokus inzwischen hin zu
ausgewogeneren, neutraleren Nuancen. «Marle» ist ein warmer und vielschichtiger Farbton mit deutlich reduzierter Sättigung. Dadurch wirkt das Braun zurückhaltend, bringt aber dennoch Tiefe und Charakter in einen Raum.

Harmonie statt harter Kontraste
Besonders schön zeigt sich «Marle» im Zusammenspiel mit cremigem Weiss, hellen Lehmfarben oder pudrigem Rosé. Wer stärkere Akzente setzen möchte, kombiniert den Farbton mit Waldgrün, dunklem Petrol oder sattem Blau. Natürliche Materialien wie Eichenholz, Leinen, Keramik und matte Oberflächen unterstreichen seine sinnliche Wirkung. Auch grossflächig eingesetzt entfaltet das Braun seinen Reiz. Werden Wände und Decken im gleichen Farbton gestaltet, entsteht eine umhüllende Atmosphäre. In Kombination mit hellen Möbeln und natürlichen Texturen bleibt der Raum dennoch leicht und zeitgemäss.





