Haus winterfest machen: Die grosse Herbst-Checkliste

Bevor die ersten starken Fröste kommen, lohnt sich ein gründlicher Wintercheck rund ums Haus. Heizung, Wasserleitungen, Dach, Fenster und Aussenbereich sind im Herbst besonders wichtig. Viele kleinere Probleme lassen sich jetzt noch einfach beheben – bevor Kälte, Schnee oder Eis daraus einen teuren Schaden machen.

Wer sein Haus winterfest machen möchte, sollte deshalb nicht nur an die Heizung denken. Auch Dachrinnen, Aussenwasserleitungen, Fenster, Lüftung und der Garten gehören auf die Herbst-Checkliste.

Das Wichtigste in Kürze

Vor dem Winter sollten insbesondere folgende Punkte geprüft werden:

  • Heizung kontrollieren und Heizkörper testen
  • Wasserleitungen und Aussenanschlüsse vor Frost schützen
  • Dach und Dachrinnen kontrollieren
  • Fenster und Türen auf Zugluft prüfen
  • Lüftung und Luftfeuchtigkeit beachten
  • Aussenbereich und Garten winterfest machen
  • Schnee- und Eisräumung vorbereiten
  • Cheminée und Feuerungsanlagen kontrollieren
  • bei längerer Abwesenheit Frostschutz sicherstellen

Der beste Zeitpunkt dafür ist der Herbst, solange Arbeiten im Aussenbereich noch problemlos möglich sind und die Temperaturen nicht dauerhaft unter den Gefrierpunkt fallen.

1. Heizung vor dem Winter kontrollieren

Spätestens vor Beginn der eigentlichen Heizsaison sollte geprüft werden, ob die Heizungsanlage zuverlässig funktioniert. Ein Problem lässt sich im Oktober oder November wesentlich angenehmer lösen als während einer Kälteperiode im Januar.

Kontrollieren Sie insbesondere:

  • Werden alle Räume warm?
  • Werden Heizkörper gleichmässig warm?
  • Sind ungewöhnliche Geräusche zu hören?
  • Ist der Anlagendruck korrekt?
  • Funktionieren Thermostatventile?
  • Ist eine Wartung fällig?

Gluckert ein Heizkörper oder wird er nur teilweise warm, kann sich Luft im Heizsystem befinden. Dann kann ein Entlüften sinnvoll sein. Bei Problemen mit Anlagendruck, Wärmeerzeuger oder Steuerung sollte eine Heizungsfachperson beigezogen werden.

2. Heizung richtig einstellen

Ein winterfestes Haus soll nicht nur warm sein, sondern möglichst effizient beheizt werden. EnergieSchweiz empfiehlt, Räume gezielt über die Heizungsregelung beziehungsweise Thermostatventile zu temperieren und die Raumtemperatur nicht durch dauerhaft geöffnete Fenster zu regulieren.

Wichtig ist ausserdem, dass Heizkörper ihre Wärme ungehindert an den Raum abgeben können. Grosse Möbel oder schwere Vorhänge direkt vor dem Heizkörper können die Wärmeverteilung beeinträchtigen.

Bei längerer Abwesenheit kann die Temperatur reduziert werden. Das Haus sollte im Winter jedoch nicht vollständig auskühlen, insbesondere wenn frostgefährdete Wasserleitungen vorhanden sind.

3. Wasserleitungen vor Frost schützen

Eingefrorene Wasserleitungen gehören zu den unangenehmsten Winterschäden. Gefriert Wasser in einer Leitung, dehnt es sich aus. Dadurch kann die Leitung beschädigt werden oder platzen. Der eigentliche Wasserschaden wird teilweise erst sichtbar, wenn das Eis wieder auftaut.

Besonders gefährdet sind Leitungen in:

  • unbeheizten Kellern
  • Garagen
  • Gartenhäusern
  • Aussenwänden
  • Ferienhäusern
  • anderen wenig beheizten Gebäudeteilen

Wasserleitungen in unbeheizten Bereichen sollten vor dem ersten starken Frost kontrolliert und gegebenenfalls entleert werden.

4. Aussenwasser abstellen und Leitungen entleeren

Ein klassischer Herbstpunkt ist der Gartenwasseranschluss. Wird er im Winter nicht benötigt, sollte die Wasserzufuhr rechtzeitig geschlossen werden.

Je nach Installation empfiehlt es sich:

  1. die Wasserzufuhr zum Aussenanschluss zu schliessen
  2. den Aussenhahn zu öffnen
  3. restliches Wasser aus der Leitung ablaufen zu lassen
  4. Gartenschläuche zu entfernen und zu entleeren

Auch Bewässerungsanlagen, Aussenduschen und andere wasserführende Installationen im Garten sollten auf ihre Wintertauglichkeit geprüft werden.

5. Dach vor dem Winter kontrollieren

Das Dach ist während des Winters Regen, Schnee, Wind und starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Kleine Schäden können sich unter diesen Bedingungen verschlimmern.

Vor dem Winter lohnt sich deshalb eine Sichtkontrolle. Achten Sie unter anderem auf:

  • beschädigte oder verschobene Ziegel
  • auffällige Stellen an Anschlüssen
  • Schäden rund um Kamine und Dachfenster
  • lockere Bleche
  • sichtbare Feuchtigkeit im Dachraum

Arbeiten auf dem Dach sollten aus Sicherheitsgründen Fachpersonen überlassen werden. Gerade bei steilen oder schlecht zugänglichen Dächern ist eine Kontrolle vom Boden oder durch einen Fachbetrieb die bessere Lösung.

6. Dachrinnen und Abläufe reinigen

Laub, Äste und Schmutz können Dachrinnen und Abläufe im Herbst verstopfen. Bei starkem Regen oder schmelzendem Schnee kann das Wasser dann nicht mehr richtig ablaufen.

Deshalb sollten vor dem Winter:

  • Dachrinnen von Laub befreit werden
  • Fallrohre kontrolliert werden
  • Abläufe auf Terrassen und Flachdächern frei sein
  • Lichtschächte kontrolliert werden

Besonders unter grossen Bäumen kann eine Reinigung nach dem Laubfall sinnvoll sein. Sind Rinnen oder Dächer schwer zugänglich, sollte die Arbeit durch Fachpersonal ausgeführt werden.

7. Fenster und Türen auf Zugluft prüfen

Undichte Fenster und Türen machen sich im Winter besonders deutlich bemerkbar. Kalte Luft dringt ein, Oberflächen kühlen aus und der Heizenergieverbrauch steigt.

Prüfen Sie deshalb:

  • Fensterdichtungen
  • Türdichtungen
  • Schliessmechanismen
  • Rahmen und Beschläge
  • Anschlüsse zwischen Fenster und Wand

Spröde oder beschädigte Dichtungen lassen sich teilweise mit überschaubarem Aufwand ersetzen. Bei stark verzogenen Rahmen oder sehr alten Fenstern kann eine weitergehende Sanierung sinnvoll sein.

8. Rollläden und Fensterläden nutzen

Rollläden und Fensterläden können in kalten Nächten helfen, zusätzliche Wärmeverluste über die Fenster zu reduzieren. Tagsüber kann dagegen die Sonnenenergie genutzt werden.

Bei sonnigem Winterwetter lohnt es sich, Storen und Vorhänge auf der Sonnenseite zu öffnen. Am Abend können Rollläden oder Fensterläden wieder geschlossen werden.

9. Richtig lüften im Winter

Im Winter ist Lüften besonders wichtig. Einerseits soll verbrauchte und feuchte Luft aus dem Gebäude gelangen, andererseits sollte möglichst wenig Heizenergie verloren gehen.

Statt Fenster über längere Zeit gekippt zu lassen, ist kurzes Stoss- oder Querlüften sinnvoll. EnergieSchweiz empfiehlt als Orientierung, mehrmals täglich mehrere Fenster während etwa fünf bis zehn Minuten vollständig zu öffnen.

Bei Gebäuden mit kontrollierter Wohnungslüftung sollte geprüft werden, ob die Anlage korrekt arbeitet und ob Filter gemäss Wartungsplan gereinigt oder ersetzt werden müssen.

10. Luftfeuchtigkeit im Auge behalten

Während der Heizperiode kann sich das Feuchteverhalten im Haus verändern. Kochen, Duschen, Wäsche und die Bewohnerinnen und Bewohner geben laufend Feuchtigkeit an die Raumluft ab.

Bei kalten Oberflächen kann sich Feuchtigkeit niederschlagen. Besonders aufmerksam sollte man bei Kondenswasser an Fenstern oder dauerhaft feuchten Wandbereichen werden.

Ein einfaches Hygrometer hilft dabei, die Entwicklung der Luftfeuchtigkeit zu beobachten. Regelmässiges Lüften und ausreichendes Heizen reduzieren das Risiko von Feuchteproblemen.

11. Fassade und Sockel kontrollieren

Auch die Fassade verdient vor dem Winter einen kurzen Kontrollgang. Kleine Schäden können durch Feuchtigkeit und Frost grösser werden.

Achten Sie insbesondere auf:

  • Risse im Verputz
  • abplatzende Stellen
  • offene Fugen
  • Feuchtigkeit im Sockelbereich
  • beschädigte Anschlüsse

Nicht jeder kleine Riss ist problematisch. Grössere Veränderungen oder wiederkehrende Feuchtigkeit sollten jedoch fachlich beurteilt werden.

12. Terrasse und Garten winterfest machen

Auch rund ums Haus kann der Winter Schäden verursachen. Bewegliche Gegenstände sollten gesichert oder trocken eingelagert werden.

Zur Herbst-Checkliste gehören beispielsweise:

  • Gartenmöbel reinigen und schützen
  • Sonnenschirme einlagern
  • Grill und Zubehör trocken lagern
  • empfindliche Pflanzgefässe schützen
  • Wasser aus Giesskannen und Behältern entfernen
  • lose Gegenstände gegen Sturm sichern
  • Markisen und Sonnenstoren kontrollieren

Auch Terrassen- und Balkonabläufe sollten frei von Laub sein, damit Regen- und Schmelzwasser ablaufen können.

13. Pflanzen und Aussenanlagen auf Frost vorbereiten

Nicht jede Pflanze benötigt denselben Winterschutz. Empfindliche Kübelpflanzen sollten je nach Art an einen geschützten oder frostfreien Standort gebracht werden.

Bei fest installierten Bewässerungsanlagen ist besonders wichtig, dass frostgefährdete Leitungen und Komponenten rechtzeitig entleert beziehungsweise gemäss Herstellerangaben winterfest gemacht werden.

14. Schnee- und Eisräumung vorbereiten

Der erste Schneefall kommt oft genau dann, wenn Schneeschaufel und Streumittel noch irgendwo hinten im Keller stehen.

Vor dem Winter lohnt sich deshalb ein kurzer Materialcheck:

  • Ist eine Schneeschaufel vorhanden?
  • Funktioniert ein vorhandenes Schneeräumgerät?
  • Ist geeignetes Streumittel verfügbar?
  • Sind wichtige Wege gut zugänglich?
  • Kann Schmelzwasser problemlos ablaufen?

Bei grösseren Grundstücken sollte zudem früh geklärt werden, wer die Schneeräumung bei längerer Abwesenheit übernimmt.

15. Cheminée und Feuerungsanlagen kontrollieren

Cheminées und andere Feuerungsanlagen werden im Winter besonders intensiv genutzt. Anlagen, die längere Zeit nicht in Betrieb waren, sollten vor der ersten Nutzung kontrolliert beziehungsweise entsprechend den geltenden Vorgaben gereinigt werden.

Beim Betrieb sind Herstellerangaben, geeignete Brennstoffe und ausreichende Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien wichtig.

Asche kann auch lange nach dem Feuer noch Glut enthalten. Sie gehört deshalb in einen geeigneten nicht brennbaren Behälter und sollte vollständig ausgekühlt sein, bevor sie entsorgt wird.

16. Keller, Garage und Nebenräume prüfen

Unbeheizte Nebenräume werden bei der Wintervorbereitung leicht vergessen. Gerade dort befinden sich jedoch häufig Wasserleitungen oder empfindliche Installationen.

Kontrollieren Sie deshalb:

  • Wasserleitungen
  • Fenster und Türen
  • Bodenabläufe
  • Heizkörper
  • Lüftungsöffnungen
  • sichtbare Feuchtigkeit

Besonders bei älteren Häusern sollte geprüft werden, ob Leitungen in kalten Bereichen ausreichend gegen Frost geschützt sind.

17. Haus bei Ferienabwesenheit winterfest hinterlassen

Wer im Winter länger verreist, sollte das Gebäude nicht einfach vollständig ausschalten. Stark ausgekühlte Räume können das Risiko für Frostschäden erhöhen.

Vor einer längeren Abwesenheit sollte geprüft werden:

  • Ist die Heizung auf einen geeigneten Abwesenheitsbetrieb eingestellt?
  • Sind frostgefährdete Leitungen geschützt?
  • Sind Fenster und Türen geschlossen?
  • Sind Aussenwasserleitungen entleert?
  • Kann eine Vertrauensperson regelmässig nach dem Haus sehen?

Bei leer stehenden oder wenig genutzten Gebäuden verdient der Frostschutz besondere Aufmerksamkeit.

18. Versicherungsschutz und wichtige Kontakte prüfen

Der Herbst ist auch eine gute Gelegenheit, die Unterlagen rund ums Haus zu überprüfen. Je nach Schadenart können unterschiedliche Versicherungen zuständig sein.

Sinnvoll ist es, wichtige Kontaktdaten schnell verfügbar zu haben, beispielsweise von:

  • Sanitärbetrieb
  • Heizungsinstallateur
  • Elektriker
  • Dachdecker
  • Gebäude- und Hausratversicherung

Im Schadenfall sollten notwendige Sofortmassnahmen getroffen werden, um Folgeschäden möglichst klein zu halten. Schäden sollten zudem dokumentiert werden.

Die grosse Herbst-Checkliste: Haus winterfest machen

Vor dem ersten starken Frost sollten folgende Punkte erledigt oder kontrolliert sein:

  • Heizung funktioniert zuverlässig
  • Heizkörper werden gleichmässig warm
  • Thermostatventile funktionieren
  • Aussenwasser ist abgestellt
  • frostgefährdete Leitungen sind geschützt oder entleert
  • Gartenschläuche sind entleert und eingelagert
  • Dach wurde kontrolliert
  • Dachrinnen und Fallrohre sind frei
  • Terrassen- und Balkonabläufe sind sauber
  • Fenster- und Türdichtungen wurden geprüft
  • Rollläden und Fensterläden funktionieren
  • Lüftung funktioniert
  • Fassade und Sockel zeigen keine auffälligen Schäden
  • Gartenmöbel und lose Gegenstände sind gesichert
  • empfindliche Pflanzen sind geschützt
  • Schneeschaufel und Streumittel stehen bereit
  • Cheminée und Feuerungsanlagen sind betriebsbereit
  • Keller, Garage und Nebenräume wurden kontrolliert
  • Frostschutz bei Ferienabwesenheit ist geregelt

Fazit: Im Herbst vorsorgen statt im Winter reparieren

Ein Haus winterfest zu machen bedeutet vor allem, mögliche Schwachstellen zu erkennen, bevor Frost, Schnee und Feuchtigkeit zum Problem werden.

Besonders wichtig sind Heizung, Wasserleitungen, Dach, Dachrinnen, Fenster und Aussenbereiche. Viele Kontrollen benötigen nur wenig Zeit, können aber grössere Schäden und unnötige Heizkosten verhindern.

Wer die wichtigsten Arbeiten im Herbst erledigt, startet deutlich entspannter in die kalte Jahreszeit.

Häufige Fragen: Haus winterfest machen

Wann sollte man das Haus winterfest machen?

Am besten wird der Wintercheck im Herbst durchgeführt, bevor längere Frostperioden einsetzen. Aussenwasserleitungen und andere frostgefährdete Installationen sollten rechtzeitig vor Temperaturen unter dem Gefrierpunkt vorbereitet werden.

Was muss vor dem Winter am Haus kontrolliert werden?

Besonders wichtig sind Heizung, Wasserleitungen, Dach und Dachrinnen, Fenster und Türen, Lüftung, Aussenanlagen sowie frostgefährdete Bereiche wie Garage, Keller oder Gartenhaus.

Soll man die Heizung im Winter bei Abwesenheit ausschalten?

Bei längerer Abwesenheit kann die Temperatur reduziert werden. Ein vollständiges Auskühlen des Gebäudes kann jedoch problematisch sein, insbesondere wenn frostgefährdete Wasserleitungen vorhanden sind.

Wie schützt man Wasserleitungen vor Frost?

Frostgefährdete Leitungen in unbeheizten Bereichen sollten geschützt werden. Nicht benötigte Aussenleitungen können je nach Installation abgesperrt und entleert werden. Bei unklaren oder schwer zugänglichen Installationen sollte eine Sanitärfachperson beigezogen werden.

Sollte man Dachrinnen vor dem Winter reinigen?

Ja. Laub und Schmutz können Dachrinnen und Abläufe verstopfen. Dadurch können Regen- und Schmelzwasser schlechter abfliessen und im ungünstigen Fall Schäden verursachen.

Wie lüftet man im Winter richtig?

Statt Fenster dauerhaft gekippt zu lassen, sollte mehrmals täglich kurz und kräftig gelüftet werden. Als Orientierung empfiehlt EnergieSchweiz fünf bis zehn Minuten Stoss- oder Querlüften.

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