Wenn Wohnen zur Komposition wird

Agape und Agapecasa kehren zu 3daysofdesign in Kopenhagen zurück und präsentieren gemeinsam mit File Under Pop die Installation «Artistic Position in Space». Das Projekt ist als Abfolge wohnlicher Räume konzipiert und versteht das Zuhause nicht als Sammlung einzelner Objekte, sondern als bewusst komponiertes Gefüge aus Möbeln, Oberflächen, Kunst, Licht und Materialien.

Im Mittelpunkt steht die Idee des «Artful Living»: eine Art des Wohnens, bei der jedes Element im Raum eine eigene Position, Identität und Wirkung erhält. Möbel, Badobjekte und Kunstwerke treten dabei nicht getrennt voneinander auf, sondern werden als Teile derselben räumlichen Erzählung verstanden.

Villa Schwob als architektonischer Ausgangspunkt

Eine zentrale Referenz der Installation ist die Villa Schwob. Das Haus wurde zwischen 1916 und 1917 für den Unternehmer Anatole Schwob realisiert und gilt als wichtiges Werk in Le Corbusiers Schweizer Schaffensphase. Für Agapecasa ist die Villa auch deshalb bedeutend, weil Angelo Mangiarotti und Bruno Morassutti in den 1950er-Jahren mit der Neuinterpretation ihrer Innenräume beauftragt wurden.

Für «Artistic Position in Space» wird die Villa Schwob als räumliches Modell gelesen. Besonders der doppelgeschossige Saal mit monumentalem Fenster, offener Sichtachse und niedriger Möblierung dient als Ausgangspunkt. Diese Situation wird in Kopenhagen als informeller Wohnraum neu interpretiert: offen, präzise gegliedert und auf den Dialog zwischen Objekt und Raum ausgerichtet.

Der Schwob Table im Zentrum

Der Schwob Table von Angelo Mangiarotti und Bruno Morassutti bildet den Mittelpunkt des Beitrags von Agapecasa. Der Tisch wurde 1959 für den doppelgeschossigen Wohnraum der Villa Schwob entworfen und war ursprünglich nur in wenigen Exemplaren vorhanden. Danach blieb er lange ausserhalb industrieller Produktion und war vor allem durch Fotografien, Zeichnungen und historische Dokumente bekannt.

Agapecasa präsentiert nun eine philologische Re-Edition, die den ursprünglichen Proportionen, der handwerklichen Ausführung und der konstruktiven Idee treu bleibt. Der Tisch besteht aus einer präzise bearbeiteten, polierten Aluminiumstruktur und ist mit Platten aus Okumè-Sperrholz, Marmor oder besonderen Natursteinen erhältlich. Zur Auswahl stehen unter anderem Carrara, Nero Marquina, Carnico, Verde Alpi, Emperador Dark und Travertin.

Charakteristisch ist seine niedrige, modulare Geometrie. Sie lässt den Blick im Raum frei und unterstützt die Offenheit der Wohnlandschaft. Die seitlichen Griffe sind in die Struktur integriert und machen Bewegung als konstruktives Detail sichtbar.

Möbel, Skulptur und Ausstellung

Rund um den Schwob Table zeigt Agapecasa weitere Arbeiten von Angelo Mangiarotti. Dazu gehören Eros-Tische in verschiedenen Grössen, die Stühle Club 44 und Tre 3 sowie neue Konfigurationen des Cavalletto-Systems.

In die Cavalletto-Strukturen integrierte Vitrinen nehmen limitierte CAP53-Vasen aus Bronze auf. Dadurch entsteht ein Wechselspiel zwischen Möbel und Ausstellungsobjekt. Die neuen CAP53-Variationen greifen auf das Verfahren des Wachsausschmelzgusses zurück und nähern sich damit stärker der Skulptur an. Ihre Form basiert auf einem geometrischen Prinzip: Zwei Kreise mit unterschiedlichem Durchmesser bewegen sich entlang vertikaler Achsen und können daraus eine Vielzahl unterschiedlicher Objekte entwickeln.

Das Bad als Teil des Wohnraums

Agape überträgt dieselbe räumliche Haltung auf den Badbereich. Freistehende Waschtische wie Lariana und Massicci werden nicht als rein funktionale Objekte gezeigt, sondern als skulpturale Elemente innerhalb einer Wohnkomposition. Proportion, Material und Abstand werden mit derselben Aufmerksamkeit behandelt wie bei Möbeln oder Kunstwerken.

Ein weiterer Bereich der Installation zeigt das Bloque-System sowie die Badewanne und den Waschtisch Cenote. Die Cenote-Badewanne wird in einer Solid-Surface-Ausführung mit einem eigens für die Installation entwickelten Farbton präsentiert. Gemeinsam mit dem Waschtisch und dem architektonisch gedachten Bloque-System entsteht ein Badraum, der nicht als abgeschlossener Funktionsbereich verstanden wird, sondern als Teil einer grösseren häuslichen Landschaft.

 

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