BASTION: Zwischen Festungsarchitektur und Joinery

Mit BASTION entwickelt Daniel Heilig für FROMM.Lab einen Beistelltisch, der kulturelle Referenzen in eine präzise, zeitgenössische Form übersetzt. Der Entwurf verbindet katarische Festungsarchitektur mit japanischer Verbindungstechnik – und zeigt, wie aus konstruktiver Logik eine eigenständige gestalterische Haltung entstehen kann.

BASTION basiert auf der Untersuchung zweier scheinbar weit voneinander entfernter Traditionen: der wehrhaften Formensprache katarischer Festungsarchitektur und der Präzision japanischer Holzverbindungen. Im Zentrum steht die klassische Isuka-Tsugi-Verbindung, deren trianguläre Geometrie an die Zinnen historischer Bauten erinnert.

Diese Verbindung ist nicht nur konstruktives Element, sondern prägt die gesamte Gestaltung. Die Verzahnung stabilisiert das Objekt und wird gleichzeitig zum visuellen Ausdruck eines interkulturellen Dialogs. So entsteht ein Entwurf, der strukturelle Logik und formale Klarheit miteinander verbindet.

Form, Material und Detail

Als Beistelltisch konzipiert, zeigt BASTION eine reduzierte, klare Silhouette. Der Sockel wird durch die charakteristischen triangulären Verbindungen definiert, während die Tischplatte durch eingelegte Details akzentuiert wird. Materialkontraste und präzise Verarbeitung unterstreichen den architektonischen Charakter des Objekts.

Gefertigt aus mitteldichter Faserplatte mit Ahornfurnier, verbindet der Entwurf handwerkliche Präzision mit einer bewusst zeitgenössischen Materialwahl.

Ein Projekt im Kontext von Interlaced

Gezeigt wird BASTION im Rahmen der Ausstellung «Interlaced», die während der Milan Design Week bei Alcova erstmals als Preview präsentiert wird. Das interkulturelle Designprojekt untersucht arabisches Erbe aus einer globalen Perspektive und versteht kulturelle Referenzen als dynamischen, sich weiterentwickelnden Dialog.

Für Daniel Heilig markiert die Präsentation einen wichtigen Schritt: Nach mehreren Projekten in Mailand verdichtet sich hier seine gestalterische Position – erstmals in Zusammenarbeit mit FROMM.Lab und eingebettet in einen grösseren kulturellen Kontext.

Design als offener Prozess

BASTION versteht sich nicht als Zitat bestehender Formen, sondern als Versuch, neue Beziehungen zwischen unterschiedlichen gestalterischen Traditionen zu entwickeln. Die Verbindung von Architektur und Handwerk, von Geschichte und Gegenwart wird dabei zu einem offenen Prozess, der über das Objekt hinausweist.

Die vollständige Ausstellung «Interlaced» wird im Herbst 2026 im Rahmen der Design Doha Biennale präsentiert.

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