Wenn Biodiversität sichtbar wird
Mit den ersten milden Tagen beginnt nicht nur für Pflanzen und Menschen eine neue Saison. Auch für Wildbienen startet jetzt eine entscheidende Phase.
Genau hier setzt Wildbiene + Partner mit einer neuen digitalen Erweiterung an: Die MyBeeHome App verbindet das physische BeeHome erstmals mit einer App, die sichtbar macht, was sich rund um Nistplätze, Artenvielfalt und saisonale Entwicklung im unmittelbaren Umfeld tatsächlich verändert.

Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll. Nutzerinnen und Nutzer fotografieren ihr BeeHome, die integrierte Bilderkennung liefert eine Einschätzung dazu, welche Wildbienenarten nisten und wie sich die Belegung entwickelt. Ergänzt wird das durch ein persönliches Wildbienen-Tagebuch sowie saisonale Empfehlungen, die dabei helfen, den eigenen Standort Schritt für Schritt bienenfreundlicher zu gestalten. Was bislang oft abstrakt blieb, wird damit konkret beobachtbar.
Besonders interessant ist der Ansatz im städtischen Kontext. Denn gerade in verdichteten Siedlungsräumen fehlen Wildbienen häufig jene Strukturen, auf die sie angewiesen sind: Nahrung, Nistplätze und kleine ökologische Trittsteine zwischen einzelnen Lebensräumen. Versiegelte Flächen, aufgeräumte Gärten und monotone Grünräume erschweren stabile Populationen. Die App reagiert darauf nicht mit einer abstrakten Forderung, sondern mit einem Instrument, das den eigenen Handlungsspielraum sichtbar macht.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die digitale Karte innerhalb der App. Dort werden bienenfreundliche Standorte anonymisiert dargestellt. So wird erfahrbar, wie aus einzelnen Balkonen, Innenhöfen und Gärten ein wachsendes Netz entstehen kann. Für Wildbienenarten mit begrenztem Flugradius ist genau diese räumliche Nähe entscheidend. Jeder Standort bleibt klein, doch im Zusammenspiel entsteht ein ökologisch relevantes Gefüge.
Wildbiene + Partner arbeitet seit über 13 Jahren in der Schweiz und in Deutschland an Lösungen für den Schutz von Wildbienen und die Förderung von Biodiversität. Mit der Verbindung aus wissenschaftlich fundiertem BeeHome und digitaler Begleitung wird dieser Ansatz nun um eine neue Ebene erweitert: partizipativ, nachvollziehbar und nah am Alltag. Gerade darin liegt die Stärke des Projekts. Es zeigt, dass Wirkung nicht erst im Grossen beginnt, sondern oft dort, wo Menschen ihren unmittelbaren Lebensraum bewusst gestalten.





