Parkett oder Platten? Kosten, Vorteile und der grosse Bodenbelag-Vergleich

Parkett oder Platten – welcher Bodenbelag ist die bessere Wahl? Beide Materialien überzeugen durch Langlebigkeit und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Während Parkett mit seiner natürlichen, warmen Ausstrahlung punktet, sind Keramikplatten besonders robust, pflegeleicht und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Doch welcher Boden passt ins Wohnzimmer, in die Küche oder ins Badezimmer? Und wie unterscheiden sich die Kosten in der Schweiz?

Wer ein Haus baut oder eine Wohnung renoviert, steht früher oder später vor der Wahl des richtigen Bodenbelags. Schliesslich prägt der Boden nicht nur das Erscheinungsbild eines Raumes, sondern beeinflusst auch den Wohnkomfort, den Reinigungsaufwand und die laufenden Unterhaltskosten.

Die kurze Antwort: Für Wohn- und Schlafzimmer ist Parkett eine ausgezeichnete Wahl, wenn ein natürliches und warmes Wohngefühl im Vordergrund steht. Für Badezimmer, Eingangsbereiche und stark beanspruchte Räume sind Keramikplatten häufig praktischer. In der Küche eignen sich beide Beläge – entscheidend sind die persönlichen Ansprüche an Pflege, Komfort und Widerstandsfähigkeit.

Parkett oder Platten: Die Unterschiede auf einen Blick

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Eigenschaften der beiden Bodenbeläge im direkten Vergleich.

KriteriumParkettKeramikplatten
WohngefühlNatürlich, warm, wohnlichModern, vielseitig, eher kühl
MaterialEchtholzGebrannte Keramik
PflegeAbhängig von der OberflächenbehandlungMeist unkompliziert
KratzfestigkeitAbhängig von Holzart und OberflächeIn der Regel sehr hoch
FeuchtigkeitsbeständigkeitEmpfindlich bei längerem WasserkontaktSehr hoch bei geeigneter Verlegung
FussbodenheizungMit geeignetem Parkett gut möglichSehr gut geeignet
LebensdauerBei guter Pflege mehrere JahrzehnteBei fachgerechter Verlegung mehrere Jahrzehnte
ReparaturJe nach Nutzschicht schleifbar oder partiell reparierbarBeschädigte Platten einzeln austauschbar
Kosten inkl. VerlegungCa. CHF 100–200/m²Ca. CHF 100–250/m²

Die Preise sind unverbindliche Schweizer Richtwerte für 2026. Sie beziehen sich auf gängige Materialien inklusive Verlegung, ohne umfangreiche Untergrundarbeiten, Rückbau oder besondere Zusatzleistungen. Hochwertige Spezialprodukte können deutlich teurer sein.

1. Parkett: Natürlicher Bodenbelag mit warmer Ausstrahlung

Parkett gehört zu den klassischen Bodenbelägen für Schweizer Wohnräume. Echtholz sorgt für eine natürliche Atmosphäre und lässt sich mit modernen ebenso wie mit traditionellen Einrichtungsstilen kombinieren. Anders als industriell hergestellte Dekorbeläge besitzt jedes Parkettelement eine individuelle Maserung. Farbe, Struktur und Oberfläche verändern sich zudem mit dem Lichteinfall und der Nutzung. Gerade diese Eigenschaften machen für viele Bauherrschaften den Reiz eines Holzbodens aus.

Welche Vorteile bietet Parkett?

Ein Parkettboden fühlt sich beim Barfussgehen meist angenehm warm an. Holz besitzt eine geringere Wärmeleitfähigkeit als Keramik und vermittelt deshalb auch ohne eingeschaltete Bodenheizung ein behagliches Gefühl. Hinzu kommt seine gestalterische Vielseitigkeit. Von hellen Eichen-Landhausdielen über dunkles Nussbaumparkett bis zum klassischen Fischgratmuster sind zahlreiche Varianten erhältlich. Ein weiterer Vorteil ist die Renovierbarkeit: Abhängig von der Konstruktion und der Dicke der Nutzschicht lässt sich Parkett abschleifen und neu behandeln. So können viele Gebrauchsspuren entfernt werden, ohne den gesamten Boden ersetzen zu müssen.

Welche Nachteile hat Parkett?

Holz reagiert auf Feuchtigkeit und Veränderungen des Raumklimas. Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann es aufquellen, bei sehr trockener Luft schwinden. Dadurch können Fugen oder Verformungen entstehen. Auch Kratzer, Druckstellen und Flecken sind möglich. Besonders weiche Holzarten reagieren empfindlich auf Möbelbeine, Steinchen unter Schuhen oder Tierkrallen. Ausserdem benötigt Parkett eine auf die Oberflächenbehandlung abgestimmte Pflege. Während versiegelte Böden im Alltag vergleichsweise unkompliziert sind, müssen geölte Oberflächen je nach Beanspruchung regelmässig nachgepflegt werden.

Welche Holzart eignet sich am besten?

In der Schweiz ist Eichenparkett besonders verbreitet. Eiche gilt als widerstandsfähig, vielseitig und vergleichsweise formstabil. Deshalb eignet sie sich für viele Wohnbereiche. Auch Esche, Ahorn, Buche und Nussbaum kommen infrage. Die Holzarten unterscheiden sich allerdings in Härte, Farbe und ihrem Verhalten bei Feuchtigkeitsveränderungen. Für stark beanspruchte Räume sind harte Hölzer mit geeigneter Oberflächenbehandlung besonders interessant. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber «Holzarten für Parkett: Auswahl und Eigenschaften».

2. Keramikplatten: Robuster und pflegeleichter Bodenbelag

Keramikplatten, umgangssprachlich auch Plättli oder Fliesen genannt, sind längst nicht mehr auf Küchen und Badezimmer beschränkt. Moderne Plattenböden kommen zunehmend auch im Wohnzimmer, Essbereich und in offenen Wohnküchen zum Einsatz. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig: Keramik ist in Natursteinoptik, Betonoptik, Holzoptik sowie zahlreichen Farben und Oberflächen erhältlich. Auch grossformatige Platten sind beliebt, weil sie mit wenigen Fugen eine ruhige und grosszügige Raumwirkung erzeugen.

Welche Vorteile haben Keramikplatten?

Der grösste Vorteil liegt in ihrer Widerstandsfähigkeit. Hochwertige Bodenplatten aus Feinsteinzeug sind hart, abriebfest und gegenüber vielen üblichen Beanspruchungen im Haushalt unempfindlich. Hinzu kommt die unkomplizierte Reinigung. In den meisten Fällen genügen Staubsaugen und feuchtes Wischen mit einem geeigneten Reinigungsmittel. Verschüttete Getränke und Schmutz lassen sich auf passenden keramischen Oberflächen meist problemlos entfernen. Auch Feuchtigkeit stellt für geeignete Keramikplatten normalerweise kein Problem dar. Deshalb werden sie häufig in Badezimmern, Küchen und Eingangsbereichen eingesetzt. Wichtig ist allerdings, dass der gesamte Bodenaufbau fachgerecht ausgeführt wird: Platten und Fugen ersetzen keine erforderliche Abdichtung. Besonders gut eignen sich Keramikplatten für Fussbodenheizungen. Sie übertragen Wärme effizient an die Raumoberfläche und ermöglichen bei passendem Bodenaufbau eine gute Wärmeabgabe.

Welche Nachteile haben Plattenböden?

Ohne Bodenheizung fühlen sich Keramikplatten häufig kühler an als Holz. Auch die harte Oberfläche kann bei längerem Stehen als weniger komfortabel empfunden werden. Zudem können herunterfallende Gegenstände leichter zerbrechen. Umgekehrt sind auch Keramikplatten nicht unzerstörbar: Bei starken punktuellen Schlägen können Abplatzungen oder Risse entstehen. Beschädigte Platten lassen sich zwar einzeln ersetzen, doch das ist aufwendiger als die oberflächliche Ausbesserung vieler Holzböden. Deshalb empfiehlt es sich, beim Verlegen einige Ersatzplatten aufzubewahren. Ein weiterer Punkt ist die Fugenpflege. Während die keramische Oberfläche meist einfach zu reinigen ist, können sich insbesondere in hellen oder stark beanspruchten Fugen Verfärbungen bilden.

3. Parkett oder Platten: Was kostet der Bodenbelag in der Schweiz?

Die Kosten gehören bei der Entscheidung für einen Bodenbelag zu den wichtigsten Kriterien. Allerdings lässt sich nicht grundsätzlich sagen, dass Parkett teurer oder günstiger als Keramik ist. Entscheidend sind Materialqualität, Format, Verlegeart, Zustand des Untergrunds und die Grösse der Fläche.

Kosten für Parkett inklusive Verlegung

Für gängiges Mehrschichtparkett können Bauherrschaften in der Schweiz grob mit CHF 100 bis 200 pro Quadratmeter inklusive Material und Verlegung rechnen. Einfachere Produkte und unkomplizierte Verlegungen können darunter liegen. Hochwertiges Massivparkett, spezielle Holzarten oder aufwendige Verlegemuster wie Fischgrat können deutlich mehr kosten. Zusätzliche Arbeiten wie das Entfernen des bisherigen Bodenbelags, das Ausgleichen des Untergrunds oder die Montage von Sockelleisten erhöhen den Gesamtpreis.

Kosten für Keramikplatten inklusive Verlegung

Bei üblichen keramischen Bodenplatten liegt ein grober Richtwert bei CHF 100 bis 250 pro Quadratmeter inklusive Material und Verlegung. Einfache Standardformate sind meist günstiger als grossformatige Spezialplatten. Besonders grosse Platten oder aufwendige Verlegemuster benötigen mehr Arbeitszeit und spezielle Werkzeuge. Auch Abdichtungsarbeiten, Untergrundvorbereitungen oder komplizierte Zuschnitte können den Preis erheblich beeinflussen.

Kostenbeispiel: Wohnzimmer mit 30 Quadratmetern

Wie stark unterscheiden sich die Gesamtkosten? Ein vereinfachtes Beispiel zeigt die Grössenordnung.

BodenbelagRichtpreis pro m²Kosten für 30 m²
MehrschichtparkettCHF 100–200CHF 3’000–6’000
KeramikplattenCHF 100–250CHF 3’000–7’500

Die Beträge sind Rechenbeispiele auf Basis der genannten Richtwerte. Rückbau, umfangreiche Untergrundarbeiten und weitere Zusatzleistungen sind nicht enthalten.

Wer verschiedene Angebote vergleicht, sollte darauf achten, dass dieselben Arbeiten berücksichtigt werden. Eine günstigere Offerte ist nicht automatisch wirtschaftlicher, wenn beispielsweise die Untergrundvorbereitung oder die Sockelleisten separat verrechnet werden. Auch die längerfristigen Unterhaltskosten spielen eine Rolle. Parkett benötigt abhängig von der Oberfläche regelmässige Pflege, kann aber unter geeigneten Voraussetzungen renoviert werden. Keramikplatten benötigen normalerweise weniger Oberflächenpflege, können bei einer Beschädigung jedoch aufwendigere Einzelreparaturen verursachen.

4. Welcher Bodenbelag eignet sich für welchen Raum?

Die Wahl zwischen Parkett und Platten hängt stark von der Nutzung des jeweiligen Raums ab.

Wohnzimmer: Parkett oder Fliesen?

Im Wohnzimmer spielen Atmosphäre und Wohnkomfort eine besonders grosse Rolle. Parkett sorgt mit seiner natürlichen Maserung und warmen Haptik für ein wohnliches Ambiente. Es passt gut zu Holz- und Polstermöbeln und lässt sich mit vielen Einrichtungsstilen kombinieren. Keramikplatten sind eine gute Alternative, wenn ein moderner, reduzierter Look gewünscht ist. Besonders grossformatige Platten in Naturstein- oder Betonoptik schaffen ein ruhiges Raumgefühl. In Kombination mit einer Fussbodenheizung bieten sie auch im Winter einen hohen Komfort.

Unsere Empfehlung: Für ein warmes, natürliches Wohngefühl ist Parkett meist die erste Wahl. Wer grossen Wert auf Pflegeleichtigkeit, Strapazierfähigkeit und eine mineralische Optik legt, ist mit Keramikplatten gut beraten.

Küche: Parkett oder Platten?

In der Küche muss der Boden einiges aushalten: Spritzwasser, Fettreste, herunterfallende Gegenstände und regelmässige Reinigung gehören zum Alltag. Keramikplatten bieten hier praktische Vorteile. Sie sind bei geeigneter Ausführung unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und lassen sich unkompliziert reinigen. Parkett ist dennoch möglich. Insbesondere Eichenparkett kann sich auch in offenen Küchen bewähren. Entscheidend sind eine passende Oberflächenbehandlung und ein sorgfältiger Umgang mit Feuchtigkeit. Wasser sollte nicht längere Zeit auf dem Boden stehen bleiben. Wer eine durchgehend offene Wohnküche plant, kann denselben Belag im Koch-, Ess- und Wohnbereich einsetzen. Dadurch entsteht ein einheitliches Raumgefühl. Alternativ lassen sich die Bereiche mit unterschiedlichen Materialien optisch voneinander abgrenzen.

Unsere Empfehlung: Keramikplatten sind für besonders intensiv genutzte Küchen häufig die pflegeleichtere Lösung. Parkett eignet sich für Menschen, die Wert auf eine durchgehende, wohnliche Gestaltung legen und den zusätzlichen Pflegebedarf akzeptieren.

Badezimmer: Sind Platten besser als Parkett?

Im Badezimmer sind Keramikplatten in vielen Fällen die praktischere und sicherere Wahl. Sie vertragen Feuchtigkeit gut, sind leicht zu reinigen und in zahlreichen für Nassbereiche geeigneten Ausführungen erhältlich. Besonders wichtig ist die Rutschhemmung. Glatte Oberflächen können in Verbindung mit Wasser und Seife gefährlich werden. Deshalb sollte die Eignung des ausgewählten Produkts für den jeweiligen Nass- oder Barfussbereich fachlich geprüft werden. Parkett im Badezimmer ist grundsätzlich möglich, verlangt aber eine sorgfältige Planung. Nicht jede Holzart und jede Parkettkonstruktion eignet sich gleich gut. Besonders kritisch sind stehendes Wasser, undichte Anschlüsse und dauerhaft hohe Feuchtigkeitsbelastungen. Unsere Empfehlung: Für Badezimmer und insbesondere unmittelbar nasse Bereiche sind geeignete, rutschhemmende Keramikplatten in der Regel die unkompliziertere Lösung. Wer Holz im Bad bevorzugt, sollte die Eignung und Ausführung unbedingt mit einem Fachbetrieb klären.

Schlafzimmer: Welcher Boden ist angenehmer?

Im Schlafzimmer spricht vieles für Parkett. Die natürliche Oberfläche fühlt sich angenehm an und schafft eine ruhige, warme Atmosphäre. Auch ohne Fussbodenheizung ist Holz beim Barfussgehen meist komfortabel. Keramikplatten können ebenfalls eine gute Wahl sein, insbesondere in modern gestalteten Räumen mit Bodenheizung. Entscheidend sind hier vor allem die persönlichen Vorlieben.

Eingangsbereich und Flur: Welcher Belag ist robuster?

Im Eingangsbereich wird der Boden durch Schuhe, Schmutz, Feuchtigkeit und kleine Steinchen stark beansprucht. Keramikplatten aus geeignetem Feinsteinzeug sind hier besonders praktisch. Sie vertragen häufige Reinigung gut und sind gegenüber vielen Alltagsbelastungen widerstandsfähig. Parkett ist ebenfalls möglich, benötigt aber mehr Schutz vor Nässe und grobem Schmutz. Eine ausreichend grosse Schmutzfangmatte und passende Pflege helfen, den Boden langfristig zu erhalten.

5. Parkett oder Platten bei Fussbodenheizung?

Sowohl Parkett als auch Keramikplatten können mit einer Fussbodenheizung kombiniert werden. Die Wärmeübertragung unterscheidet sich allerdings. Keramik besitzt eine vergleichsweise hohe Wärmeleitfähigkeit. Sie überträgt die Wärme der Bodenheizung gut an die Raumoberfläche. Dadurch sind Keramikplatten für wassergeführte Fussbodenheizungen besonders geeignet. Parkett kann ebenfalls auf einer Fussbodenheizung verlegt werden, sofern Produkt und Bodenaufbau dafür freigegeben sind. Bei der Auswahl spielen insbesondere Holzart, Aufbau, Dicke und Verlegeart eine Rolle. Bei Parkett ist zudem die Temperaturbegrenzung wichtig: In der Schweiz gilt für das verlegte Parkett üblicherweise eine maximale Oberflächentemperatur von 27 °C. Auch das Raumklima muss berücksichtigt werden, damit der Holzboden nicht übermässig austrocknet.

Fazit: Keramikplatten bieten bei Fussbodenheizungen häufig technische Vorteile bei der Wärmeübertragung. Geeignetes Parkett ist aber ebenfalls eine bewährte Lösung. Wie effizient das gesamte Heizsystem arbeitet, hängt nicht allein vom Bodenbelag ab.

6. Welcher Boden ist pflegeleichter?

Ein gepflegter Boden kann jahrzehntelang Freude bereiten. Wie viel Aufwand dafür nötig ist, unterscheidet sich jedoch zwischen den Materialien.

Parkett richtig reinigen und pflegen

Bei Parkett ist zwischen geölten und versiegelten Oberflächen zu unterscheiden.

  • Versiegeltes Parkett verfügt über eine schützende Lackschicht. Im Alltag reichen normalerweise Staubsaugen und gelegentliches nebelfeuchtes Wischen mit geeigneten Reinigungsmitteln.
  • Geöltes Parkett besitzt eine natürlichere Oberflächenwirkung, benötigt jedoch zusätzliche Pflege. Je nach Nutzung und Herstellerempfehlung muss es periodisch nachgeölt werden.
  • Für beide Varianten gilt: Stehendes Wasser vermeiden, Schmutz und Steinchen regelmässig entfernen und Möbel mit geeigneten Filzgleitern ausstatten.

Keramikplatten richtig reinigen

Keramikplatten sind im Alltag meist besonders unkompliziert. Staub und lose Verschmutzungen lassen sich absaugen oder aufwischen. Bei stärkerer Verschmutzung helfen geeignete Reiniger. Die Reinigung sollte auf die jeweilige Plattenoberfläche und das Fugenmaterial abgestimmt werden. Aggressive Mittel oder ungeeignete Pflegeprodukte können insbesondere Fugen und spezielle Oberflächen beeinträchtigen. Bei strukturierten oder stark rutschhemmenden Platten kann die Reinigung etwas mehr Aufwand benötigen als bei glatten Oberflächen.

7. Parkett oder Platten bei Kindern und Haustieren?

Familien mit kleinen Kindern und Haustieren stellen besondere Anforderungen an den Boden. Kratzer, verschüttete Getränke, Schmutz und starke Beanspruchung gehören hier zum Alltag. Keramikplatten sind in der Regel widerstandsfähiger gegenüber Kratzern und leichter zu reinigen. Für Haushalte mit Hunden ist allerdings auch die Rutschhemmung wichtig. Sehr glatte Böden können Tieren beim Gehen und Spielen wenig Halt bieten. Parkett ist keineswegs ungeeignet für Familien. Harte Holzarten wie Eiche oder Esche bieten eine gute Grundlage für langlebige Böden. Gebrauchsspuren sind jedoch wahrscheinlicher als bei vielen keramischen Oberflächen. Wer Kratzer als störend empfindet und möglichst wenig Pflegeaufwand wünscht, wird mit Keramikplatten häufig zufriedener sein. Wer eine natürliche Oberfläche bevorzugt und Gebrauchsspuren als Teil des Wohnlebens akzeptiert, kann sich gut für Parkett entscheiden.

8. Parkett oder Platten: Was ist nachhaltiger?

Eine pauschale Antwort ist schwierig, denn die Umweltbilanz eines Bodenbelags hängt von mehreren Faktoren ab. Parkett besteht aus einem nachwachsenden Rohstoff. Entscheidend sind unter anderem die Herkunft des Holzes, die Waldbewirtschaftung, die Verarbeitung, verwendete Klebstoffe und die Transportwege. Zertifiziertes Holz und langlebige, renovierbare Produkte können eine sinnvolle Wahl sein. Keramikplatten werden aus mineralischen Rohstoffen hergestellt. Ihre Produktion benötigt Energie, insbesondere beim Brennen. Dem steht eine potenziell sehr lange Nutzungsdauer gegenüber. Bei beiden Materialien sollte deshalb nicht nur der Kaufpreis berücksichtigt werden. Auch die Lebensdauer, Reparierbarkeit und die Möglichkeiten einer späteren Renovation spielen eine Rolle. Wer besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legt, sollte bei der Produktauswahl auf transparente Herkunftsangaben, Umweltproduktdeklarationen und eine möglichst lange Nutzungsdauer achten.

9. Häufige Fragen zu Parkett und Platten

Was ist günstiger: Parkett oder Platten?

Beide Bodenbeläge sind in unterschiedlichen Preisklassen erhältlich. In der Schweiz kostet gängiges Parkett inklusive Verlegung grob CHF 100 bis 200 pro Quadratmeter. Für keramische Platten inklusive Verlegung kann mit ungefähr CHF 100 bis 250 pro Quadratmeter gerechnet werden. Materialwahl, Untergrund und Verlegeaufwand bestimmen den tatsächlichen Preis.

Was ist langlebiger: Parkett oder Fliesen?

Beide Materialien können mehrere Jahrzehnte halten. Keramikplatten sind meist widerstandsfähiger gegen Kratzer und Feuchtigkeit. Parkett kann je nach Aufbau abgeschliffen und renoviert werden, wodurch sich seine Nutzungsdauer verlängern lässt.

Welcher Bodenbelag ist besser für die Küche?

Keramikplatten sind meist pflegeleichter und unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeit. Parkett bietet eine wärmere Wohnatmosphäre und eignet sich insbesondere für offene Wohnküchen, wenn es passend ausgewählt und gepflegt wird.

Ist ein Plattenboden mit Fussbodenheizung besser?

Keramikplatten übertragen Wärme besonders gut und eignen sich deshalb sehr gut für Fussbodenheizungen. Auch viele Parkettprodukte können verwendet werden. Voraussetzung sind ein geeigneter Bodenaufbau und die Einhaltung der Temperatur- und Herstellerangaben.

Welcher Parkettboden ist besonders robust?

Eichenparkett und Eschenparkett gehören zu den häufig gewählten robusten Varianten. Neben der Holzart beeinflussen auch Oberflächenbehandlung, Nutzschicht, Sortierung und Pflege die Widerstandsfähigkeit.

Sind Keramikplatten in Holzoptik eine gute Alternative?

Keramikplatten in Holzoptik verbinden eine holzähnliche Gestaltung mit den pflegeleichten Eigenschaften von Keramik. Sie sind eine interessante Alternative für Küchen, Badezimmer und stark beanspruchte Räume. Das natürliche Gefühl und die individuelle Alterung echten Holzes können sie jedoch nicht vollständig ersetzen.

10. Fazit: Parkett oder Platten – was ist die bessere Wahl?

Parkett und Keramikplatten sind hochwertige Bodenbeläge, die sich bei richtiger Auswahl und fachgerechter Verlegung über viele Jahre bewähren. Parkett ist besonders empfehlenswert, wenn eine natürliche, warme Wohnatmosphäre im Vordergrund steht. Wohnzimmer und Schlafzimmer profitieren von der angenehmen Haptik und der individuellen Holzstruktur. Wer regelmässige Pflege nicht scheut und Gebrauchsspuren akzeptiert, findet in Parkett einen langlebigen Bodenbelag. Keramikplatten überzeugen, wenn Robustheit, Feuchtigkeitsbeständigkeit und unkomplizierte Reinigung besonders wichtig sind. Deshalb eignen sie sich für Badezimmer, Küchen, Eingangsbereiche und stark beanspruchte Wohnflächen. Für viele Eigenheime ist auch eine Kombination beider Materialien sinnvoll: Parkett in den Wohn- und Schlafräumen, Keramikplatten im Badezimmer und im Eingangsbereich. Vor der endgültigen Entscheidung lohnt sich ein Besuch in einer Ausstellung. Grössere Materialmuster ermöglichen es, Farben, Strukturen und Oberflächen unter unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu vergleichen. Auch Verlegerichtung, Fugenfarbe und Übergänge zu anderen Bodenbelägen sollten frühzeitig besprochen werden. Denn der beste Bodenbelag ist letztlich nicht derjenige, der gerade im Trend liegt, sondern derjenige, der zu den Räumen und dem Alltag seiner Bewohnerinnen und Bewohner passt.

 

Aus dem Archiv: Parkett oder Platten? Das Experteninterview von 2022

Dieses Interview erschien ursprünglich 2022 auf traumhaus.ch. Es ergänzt unseren aktualisierten Ratgeber mit fachlichen Einschätzungen zur Wahl des richtigen Bodenbelags. Einzelne Angaben entsprechen möglicherweise dem damaligen Wissensstand.

Originalinterview von 2022 anzeigen

Parkett oder Platten? Das Experteninterview

Ursprünglich veröffentlicht 2022.

Parkett wie diese Landhausdiele aus Eichenholz ist langlebig, braucht aber Pflege.Interview Eva Hediger | Fotos HGC

Martin Bircher, welcher Bodenbelag ist derzeit ­beliebter: Parkett oder Platten?
Beide Bodenbeläge erfreuen sich in der Schweiz grosser Beliebtheit. Aufgrund der vielen neuen Techno­logien in der Keramikindustrie wirken Plattenböden immer authentischer. Sie erfreuen sich deshalb steigender Nachfrage.

Was sind die neuesten Trends bei Keramik?
Der Trend geht in Richtung Grossformat. Die Industrie stellt heute sehr viele Fliesen in einem Format von 1200 × 2800 mm und grösser her. Diese Fliesen vermitteln ein grosszügiges Raumgefühl und sorgen für ein modernes Erscheinungsbild. Zudem können mit neuer Glasurtechnik Oberflächen produziert werden, die in Optik und Haptik sehr realistische Imitationen von Naturstein oder Holz hervorbringt.

Was spricht sonst noch für einen Plattenboden?
Platten gibt es in diversen Ausführungen, Farben und Formaten. Keramikplatten sind sehr robust, gut zu ­reinigen und pflegeleicht.

Welche Vorteile hat Parkett?
Parkett gibt ein heimeliges und warmes Wohngefühl. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, ist jeder ­Belag ein Unikat.

Welcher Bodenbelag ist langlebiger?
Grundsätzlich sind beide Bodenbeläge sehr langlebig. Parkett muss jedoch intensiver gepflegt und unterhalten werden, damit er über eine lange Zeit schön bleibt. Bei Keramik kann man grundsätzlich nicht viel falsch machen. Ausserdem können hartnäckige Flecken gut entfernt werden.

Wirkt wie ­Naturstein, ist jedoch Keramik: die grossformatigen Fliesen «Elara».

Also der ideale Bodenbelag für alle, die Kinder oder Haustiere haben?
Punkto Reinigung und Langlebigkeit ist Keramik ­sicher die richtige Wahl.

Was müssen Eltern oder Haustierhalter bedenken, wenn sie sich für Holz entscheiden?
Holz ist ein wunderbarer Werkstoff und bestens für Familien oder Menschen mit Haustieren geeignet. Man muss sich bewusst sein, dass im Verlauf der Zeit gewisse Schäden und Flecken am Parkett entstehen, die ohne professionelle Hilfe nicht zu beheben sind.

Wie wird ein Parkettboden repariert?
Je nachdem, wie das Parkett beschädigt wurde, gibt es unterschiedliche Massnahmen. Diese reichen von ­der normalen Grundreinigung und der neuen Ölung bis zum Abschleifen oder Austausch einzelner Dielen.

Keramikböden sind einfacher zu reparieren?
Verunreinigungen und Flecken auf Keramikböden können Bauherrschaften einfacher entfernen als solche auf Parkett. Beschädigte Fliesen müssen aber immer von einer Fachperson ausgetauscht werden.

Parkett verändert sich im Laufe der Zeit farblich. Ein Grund, Platten zu wählen?
Das kommt auf die persönlichen Empfindungen der Bauherren an. Falls diese den Anspruch haben, dass sich der Boden im Laufe der Jahre nicht verändert und möglichst lang neu aussieht, sollte die Wahl auf Keramikplatten fallen.

Angenommen, die Bauherrschaft entscheidet sich für Platten. Welche weiteren Fragen muss sie sich jetzt stellen?
Grundsätzlich sind alle Keramikbeläge sehr pflegeleicht und robust. Man sollte einfach darauf achten, dass in Feucht- oder Nassbereichen Fliesen verwendet werden, die den nötigen Anforderungen an die Tritt­sicherheit genügen, damit ein sicheres Gehen möglich ist.

Kann im Nass- und Feuchtbereich auch Parkett ­verlegt werden?
Ja, diese Möglichkeit gibt es. Dabei ist es wichtig, sich mit einem qualifizierten Parkett- beziehungsweise ­Bodenleger zu besprechen, um einen fachgerechten Einbau sicherzustellen. Während der Nutzung muss darauf geachtet werden, dass kein Wasser über längere Zeit auf dem Parkettboden liegen bleibt.

Was für Entscheidungen fallen an, wenn man beschliesst, in anderen Räumen Parkett zu verlegen?
Es gibt eine grosse Vielfalt an Produkten. Die Hauptfrage ist jedoch, ob man das Parkett versiegelt oder ­geölt haben möchte. Bei einem versiegelten Boden braucht es neben der normalen Unterhaltsreinigung keine zusätzliche Pflege. Ein geölter Boden muss mit der richtigen Bodenseife gereinigt und je nach Nutzung ungefähr alle zwei Jahre neu geölt werden. Das mag aufwendig sein, dieser vermeintliche Nachteil wird jedoch durch die natürliche Erscheinung des ­Holzes wieder wettgemacht.

Welcher Belag funktioniert besser mit einer Bodenheizung?
Die meisten Parkettarten funktionieren gut in Verbindung mit einer Niedertemperaturbodenheizung. Die Oberflächentemperatur darf dabei nie und an keiner Stelle 27 Grad Celsius überschreiten. Bei keramischen Fliesen gibt es überhaupt keine Bedenken. Der Energieverbrauch für die Bodenheizung ist bei keramischen Fliesen tiefer, da die Wärmeleitfähigkeit der Fliese ­höher ist als bei Holz.

Was machen Bauherrschaften bei der Wahl des ­Bodenbelags häufig falsch?
Grundsätzlich sind Bauherrschaften heute sehr gut informiert und verwenden häufig die richtigen Produkte am richtigen Ort. Am häufigsten kommt es jedoch vor, dass sich Bauherrschaften in den Ausstellungen für ­einen Belag entscheiden, der ihnen nach dem Einbau im Eigenheim nicht mehr gefällt.

Ihr Tipp, damit das nicht passiert?
Wir empfehlen immer, den Belag vor dem Einbau nochmals zu prüfen und mit der Fachperson die Verlege­richtung und die Fugenfarben zu besprechen. Ausserdem ist die Wahl des Handwerkers oder der Handwerkerin sehr wichtig. Deshalb empfehlen wir, Unternehmen zu wählen, die Mitglieder der ­jeweiligen Berufsverbände und von diesen anerkannt sind.

Martin Bircher 
Leiter Verkauf Wand- und ­Bodenbeläge
HG Commerciale
hgc.ch

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