Alle unter einem Dach
Das Familienhaus sollte an die nächste Generation übergehen, sobald sich dort Nachwuchs ankündigte. Anstatt das Haus einfach zu übernehmen, nahmen sich die zwei Familien Zeit, über einen cleveren Ausbau für alle nachzudenken. Das Ergebnis hat sich gelohnt.

Ein Neubau nach Mass
Der Schwiegersohn, Architekt bei Renggli, brütete deshalb über verschiedenen Entwürfen, bis er die Pläne für ein Mehrgenerationenhaus, das sich mit den örtlichen Sachzwängen auf völlig neue Art arrangierte, entworfen hatte. Seine Idee sah vor, das alte Haus bis auf den Keller abzubrechen und darauf ein schönes neues Renggli-Haus nach Mass aufzusetzen.
Zu den planerischen Herausforderungen gehörten die unterschiedlichen Bedürfnisse seiner Schwiegereltern und seiner Kinder, was die Lautstärke im Alltag betrifft. Bei aller Freude an den Enkelkindern wird ab einem gewissen Alter der Wunsch nach Ruhe und Rückzug laut. Darum liess der Architekt die gesamte Decke über dem EG mit 140-mm-Kalksplittschüttung ausführen. Damit dringt kaum Schall ins Obergeschoss, das sich die Grosseltern zum Wohnen ausgewählt hatten. Auch innerhalb der Wohnung der jungen Familie sorgt dieser Schallschutz zwischen Eltern- und Kinderräumen für unbelastete Familienverhältnisse.
Zwischen dem Kellergrundriss unten und dem Schrägdach oben, das der Gestaltungsplan von 1976 vorschreibt, konnte sich die Kreativität des Architekten frei entfalten. Lieber hätte er in der Höhe die berühmte Luft nach oben noch etwas mehr ausgeschöpft, aber das liessen die Vorschriften nicht zu. Um wenigstens den Eindruck von Höhe zu erzeugen, liess der Architekt die Laufrichtung der in verschiedenen Graustufen gehaltenen Verschalung vertikal ausrichten, damit sich das Haus volumetrisch besser präsentiert.
Gelungenes Raumkonzept
Mit dem Ergebnis sind alle Generationen zufrieden. «Es macht mich sehr stolz, dass die Wohnung den Schwiegereltern so gut gefällt», sagt der Architekt über sein Werk. Er selbst hat noch keinen Grund gefunden, mit sich zu hadern. Die Möglichkeit, den Wohnbereich mit Schiebetüren von der Küche und vom Entrée zu trennen oder eben nicht, hat sich in der Praxis gut bewährt. Auch die verwendeten Materialien passen perfekt zueinander. Besonders gefällt den Bewohnern die UV-beschichtete Holzdecke und das Lichtkonzept, das sich einheitlich durch das ganze Haus zieht. Weitere Highlights sind das Sitzfenster in der Küche und die grosse Fensterfront zur Terrasse. Das Elternzimmer verfügt über ein separates Badezimmer mit vorgelagertem Büro, das wiederum mit einer Schiebetüre vom Essraum getrennt ist. Die beiden Kinder haben ihre Zimmer im Obergeschoss der Grosseltern und teilen sich ein eigenes Badezimmer. Schräge Wände bei den Nasszellen im Erdgeschoss und eine platzsparende Anordnung von Wandschränken sorgen für optimierten Raumgewinn. Das teilweise im Erdreich eingelassene Kellergeschoss bietet Platz für Technik- und Waschräume sowie für die Garagen.
Nun freut sich die ganze Familie auf den ersten Sommer im neuen Heim. Dann wird möglicherweise der Platz am Schwedenofen in der Gunst der Bewohner etwas sinken und dafür der Garten an Zulauf gewinnen, vor allem durch die Kinder. Die Erwachsenen werden die geschützten Sitznischen vermehrt für ein gemütliches Beisammensein nutzen, während im Obergeschoss die grandiose Aussicht von der Rigi bis zum Pilatus in vollen Zügen ausgekostet werden will.
TECHNISCHE ANGABEN




[ ARCHITEKTUR ]
Renggli AG, Sursee | www.renggli.swiss
[ KONSTRUKTION ]
Holzrahmenbauweise | Asymmetrisches
Satteldach | Fassade: Holzschalung
[ Raumangebot ]
Nettowohnfläche: 113 m² und 86 m² | Anzahl Zimmer: 5,5 und 4,5
[ Ausbau ]
Boden: Parkett Eiche geölt, Platten in den Nassräumen | Wandbeläge: Tapeten| Fenster: Holz-Metall-Fenster
[ Technik ]
Minergie-A-Standard | Komfortlüftung | Luft-Wasser-Wärmepumpe | Fussbodenheizung | Photovoltaik-Anlage












